Die Geschichte, die das Schneidebrett erzählte oder: Von den Jahresringen des Holzkochlöffels

Ich habe mir jetzt schon x mal erklären lassen, warum so’n Holz-Kochlöffel und’n Schneidebrett aus Holz eigentlich nicht unhygienisch sind, aber ich verrate Euch jetzt mal was: Kriege ich im Restaurant so’n richtig geiles, frisch ge- und möglicherweise überbackenes Brot oder gar ’ne Pizza auf so’nem Holzbrett serviert, isses im Grunde vorbei.

Ich meine – ich kann das essen, ich weiß auch, dass mein Körper da problemlos mit klarkommt, wenn daran überhaupt irgendwas unhygienisch sein sollte und, hell – meine bislang einzige Lebensmittelvergiftung habe ich mir geholt, als ich in ’ner relativ nobel aussehenden Bude von ’nem Teller gegessen habe… trotzdem erzählt das Brett mit seinen Schnitten und Kratzern, mit der verfärbten Stelle (lag da gerade mein Stück Käse oder war das schon vorher so??) und mit den losen Holzfasern am Rand mir eine Geschichte, die ich insbesondere beim Essen nicht hören will – vor allem nicht von meinem Geschirr.

Auch so’n Holz-Kochlöffel ist schlimm – ich besitze genau einen und hab den noch nie benutzt, wenngleich ich das in anderer Leute Küchen gut akzeptieren und auch damit kochen kann, aber wenn ich so’n Holz-Pfannenwender sehe, der sich unten schon wellt und bei dem ich mich frage, ob die Risse sich wohl unter Zuhilfenahme von zum Beispiel einem Rührei in der Pfanne eigentlich selbst reparieren, muss mir der Besitzer des Pfannenwenders schon sehr sympathisch sein, damit ich das nicht zumindest kurz seltsam finde. Ob in professionellen Küchen mit sowas gewirtschaftet wird, habe ich mich bisher nicht zu recherchieren getraut – zu unkommod ist mir der Gedanke an sich bildende Jahresringe aus Tomatensauce und Ochsenschwanzsuppe.

Ich habe schon ein bisschen Angst vor etwaigen Kommentaren zu diesem Blogpost, aber kann mich da echt keiner verstehen? Ich meine – selbst, wenn das nicht unhygienisch ist mit dem Holz-Gedöhns, aber hat nicht so’n Edelstahl-Löffel frisch aus dem Geschirrspüler schon optisch ’ne ganz andere Ästhetik?

Vielleicht bin ich da ja wirklich etwas seltsam, aber ich möchte diesen Blogpost mit einem sinngemäßen Zitat meines Psychologie-Profs abschließen, der mir im Rahmen meines Studiums sowohl fachlich als auch für mein sonstiges Leben vieles mitgab: „Die eine oder andere Neurose dürfen Sie ruhig auch selbst haben – solange Sie keinen Leidensdruck empfinden, ist das völlig in Ordnung und nicht gleich behandlungsbedürftig!“

Na dann…

Wieviel Foto braucht man?

Das digitale Erbe

Mal eben das Handy nehmen und ein Bild machen. Ich drücke auch gerne mehrmals den Nachkommen des Auslösers und die Bilder prasseln nur so in meinen digitalen Speicher, der spottbillig ist. Mein aktuelles Smartphone macht aus einem Bild einen Miniaturfilm, damit man sich das beste Motiv heraussuchen kann. Mit einem Klick mal eben 20 Aufnahmen, die fast egal aussehen.

Meine Cloud ist aus Geiz begrenzt und der Speicherplatz meines Smartphones auch. Somit lade ich regelmäßig die Bilder auf die externe Festplatte, die mit einem kostengünstigeren Cloudangebot verbunden ist, damit ja keines der 3000 Bilder jeden Monat verloren geht. Und es herrscht Ordnung in meinen Bildern. Seit 2006 fotografiere ich digital. Für jedes Jahr gibt es einen Ordner mit Unterordnern. Ein bisschen habe ich umgemodelt, denn anfangs war Speicherplatz sehr viel teurer und es waren keine 1000 Fotos im Monat. Da habe ich noch nach Ereignissen sortiert. Jetzt ist nach Jahr und Monat sortiert. Und weil der Datenwust so groß ist, mitunter noch nach weiteren Unterordnern. Ich liebe Fotos und durchsuche auch die alten Ordner regelmäßig, ärgere mich über Unordnung oder falsche oder fehlende Metadaten in den alten Bildern. Tatsächlich gucke ich meine analogen Fotos seltener an.

Das hindert mich nicht, Fotobücher zu erstellen, die niemand anguckt. Meine Versuche Urlaub in ein spannendes Fotoalbum zu quetschen, war bisher nicht von Erfolg gekrönt. Was in meinem digitalen Ordner wie eine gute Idee aussieht, liegt wie Blei im Regal. Und dann sind da noch die alten Fotoalben von früher. Hunderte von eingeklebten Bildern mit Untertiteln und Datum – jedenfalls bei mir. Ich habe die Alben auch mal eingescannt. Aber das sind Scans von ganzen Seiten. Die einzelnen Bilder müssten da händisch raus geholt werden. Eine Arbeit, zu der ich so gar keine Lust habe. Vielleicht ist es mir das ja irgendwann mal wert, es machen zu lassen. Denn dazu kommen die geerbten Fotoalben der Verwandtschaft. Was macht man mit einem Album, in dem Menschen zu sehen sind, von denen man nur einen kennt? Interessant sind die Fotos aus den 60iger und 70iger Jahren schon. Da sieht man die alten Autos, Straßen, die Kleidung und den Gasthof früher einmal. Interessiert das heute noch jemanden?

Was wird also aus meinem digitalen Erbe? Eine Bekannte von mir, hat gerade alles gelöscht und weg geworfen. Bei dem Gedanken steigt Panik in mir auf. Was wenn jemand gerade mein Bild für die Chronik vom Dorf braucht? Und ist es nicht so, dass jemand erst ganz gestorben ist, wenn sich niemand mehr an ihn erinnert? Will ich vergessen werden? Auf der anderen Seite frage ich mich, was man mit unzähligen Fotos von meinen Ponys will. Ein schönes Bild von der Seite und eine vernünftige Abstammung dazu, wäre ja vollkommen ausreichend.

Ich werde dennoch nachher wieder den Auslöser drücken und noch ein Bild vom Hintern meines Pferdes machen. Ich werde mich freuen es zu archivieren, die Metadaten anzupassen und es irgendwann hervorkramen und ein Fotobuch daraus erstellen, dass niemand durchblättern. Warum auch nicht?!?

Die Sache mit der Hyäne

Überall ist besonders in Corona-Zeiten die Rede von ihr – der Hyäne.

Ein schönes Tier!

Nur, wo ist es, wenn man es mal braucht? In chronologischer Reihenfolge folgen nun also meine eindrücklichsten Erlebnisse, im Grunde ein „best of ein Jahr Pandemie“:

  • Zwei Leute treffen sich im Supermarkt. Fallen sich in die Arme. „Inge, lass dich mal drücken, wir haben uns ja ewig nicht gesehen!“ – „Ja, und wir haben ja jetzt unsere schicken Masken auf, da kann ja nix mehr passieren!“ Höhö, hihi. Ja, alles klar.
  • Eine öffentliche Toilette. Ich sitz auf’m Pott und mache, was frau da eben so macht. Neben mir noch jemand. Ihr Unterfangen hört sich deutlich mühseliger an, als das meinige, das tut hier aber eigentlich nichts zur Sache, ich erwähne es nur aus dramaturgischen Beweggründen. Nun ist sie offensichtlich fertig mit dem Auftrag, den sie da hatte, Spülung, Hose, Kabinentür, Zwischentür, Tür zum Flur. Alles in wenigen Sekunden… was habe ich nicht gehört? Das Wasser laufen, oder auch nur die Betätigung des Desinfektionsmittelspenders. Ich hab die Türen übrigens anschließend mit’m Papiertuch angefasst, und das nicht hauptsächlich wegen Corona… Sau!
  • Wieder im Supermarkt. „Sören! Nein, wir haben Brot zu Hause! Sören, hol die da nicht alle raus! Sören, dein Fernseh fällt heute aus, wenn du das nicht lassen tust! Söööööreeeen!!“ Ich komme um die Ecke, um’n Blumenkohl mitzunehmen und sehe Sören auf dem Boden sitzen und mit den Brötchen spielen. Mutti ist aber schon dabei, diese durch das Gitter zurück in die Selbstbedienungs-Auslage zu fummeln… scheint ganz schön schwierig und so nicht gedacht zu sein. Kann aber gar nix passieren – Mutti hat ja Einweg-Handschuhe an. Auf meine Frage hin, ob sie meint, dass das so richtig ist, fragt sie mich, was sie denn machen soll. Auf meine Frage an eine Mitarbeiterin des Geschäfts fragt diese mich, was sie denn machen soll.
  • Eine Schule. Im Gebäude haben alle ganz vorbildlich Masken im Gesicht – die setzen sie auf, wenn sie aus dem Klassenzimmer kommen. Draußen setzen sie sie ab – im Gedränge. Als die Schülertraube sich in den Bus drängt, setzen alle die Dinger an der Tür wieder auf. Mir wird klar, dass ich wohl noch viel darüber lernen muss, wie Viren funktionieren.
  • Nochmal Supermarkt. Ich bezahle in bar – ist anders empfohlen, war halt aber gerade so. Wenigstens waren meine 2,99 genau abgezählt. Ich will sie der Kassiererin hinlegen, diese deutet auf ein Plastikkörbchen neben der Geldablage, die bis vor ein paar Wochen ganz hervorragend für diesen Zweck funktionierte… aber ich kann mich ja anpassen. Das Geld also ins Plastikkörbchen und ich bin gespannt, was nun passiert. Die Kassiererin fummelt das Geld mit ihren langen Plastikfingernägeln aus dem Körbchen. Das war der ganze Zauber? Warum geht das besser, als mit der Geldablage? Ich hatte definitiv mehr von dieser Innovation erwartet und bin ein bisschen enttäuscht.
  • Ein Desinfektionsmittelspender im, sagen wir, öffentlichen Raum. Is so’n Deckel drauf, den macht aber keiner zu. Der Spender an sich ist auch nur so’ne Flasche, die dann jeder anfassen und ein bisschen zusammendrücken muss. Ich habe mehrere Fragen – erstens: Was glauben Menschen, was da für’ne Flüssigkeit drin ist? Alkohol verdunstet ja relativ gut, also was genau erwartet Ihr an Tag X noch von der offenen Flasche? Zweitens: Hat sich irgendwer mal Gedanken darum gemacht, dass es vielleicht nicht so geil ist, wenn jeder die Flasche angrabbelt? Erstrecht nicht, wenn sich drittens offensichtlich kaum jemand je damit beschäftigt hat, wie eine halbwegs ordentliche Händedesinfektion so vonstatten geht? Von „mit Desinfektionsmittel einreiben und abwaschen“ bis hin zu „mit Papiertuch wieder abwischen“ habe ich in der letzten Zeit echt einiges gesehen!

Das alles ist übrigens genau so passiert (wenngleich die Geschichten hier und da natürlich noch weitergegangen sind) und es war nur ein Auszug aus all den Absurditäten, die mir in den letzten Monaten so untergekommen sind.

Was machen solche Leute eigentlich in anderen Dingen, die irgendwie wichtig sind? Halten die auch’n angezündeten Böller fest, bis er explodiert oder backen bei der Fertigpizza die Folie mit, weil sie sich nicht informiert haben? Und wie ist die Lernkurve solcher Leute innerhalb eines Jahres mit anderen Dingen so? Manchmal macht mir das ein wenig Sorgen, obwohl sich das früher oder später oft irgendwie ausmendelt… bleibt halt immer zu hoffen, dass da nach Möglichkeit keine Unschuldigen mit reingezogen werden, was bei so’ner Pandemie-Sache aber leider eher passiert, als bei der Pizza, also ist das keine Lösung.

Nun frage ich mich – wie ist das nun mit der Hyäne, von der alle sprechen? Gibt’s die echt nur noch im Zoo, oder wäre es nicht möglich, sich doch ab und zu die muchtigen Flossen zu waschen und mir bitte, bitte nicht an der Kasse in den Nacken zu atmen – egal ob mit Maske oder ohne oder über die Maske drüber weg? Mir geht’s ja gar nicht hauptsächlich um Corona und ich bin auch echt nicht besonders ängstlich vor Bakterien und Dreck und so, aber ich würde wirklich gern selbst entscheiden, an welcher Stelle ich mit welchen Körpersekreten, Ausdünstungen etc. von anderen Menschen in Kontakt komme… und, von wem!

Geld von der Bank

Ganz gleich, wo man wohnt, man braucht Geld. Sicher gibt es hier auch Tauschgeschäfte, aber vieles geht auch hier nur mit Geld. Nun lebe ich in einem Land, wo das Bargeld noch erlaubt ist. Das finde ich sehr erfreulich. Aber ganz gleich, wie sehr man sein Bargeld liebt, um ein Konto bei einer Bank kommt man nicht herum. Ich sehe ein, dass das viele Vorteile hat, aber leider ist die Sache mit so einem Bankkonto nicht so einfach.

Die nächste Bankfiliale ist 20km entfernt. Und auch wenn die Öffnungszeiten sympatischer sind als 1988 – das Jahr in dem ich mein erstes Bankkonto eröffnet habe; übrigens auch auf dem Land, in einer Bank (nicht Filiale – eigene Bank) in einem Dorf mit 1500 Einwohnern – so sind sie immer noch nicht gut an meine beruflichen Arbeitszeiten angepasst. Aber als digitaler Fuchs habe ich schon seit Jahren Online-Banking. Ich habe horrendes Geld für das Zubehör (Kartenleser, Software, Karte) ausgegeben, um dann sehr bequem am heimischen Computer meine Bankkonten verwalten zu können. Das hat sich wunderbar eingespielt, auch wenn es mich nervt, dass ich die Software inzwischen nicht mehr kaufen kann, sondern mieten muss. Vermutlich ist das ein wichtiges Verdienst-Standbein der entsprechenden Bank. Immerhin hat mindestens ein Softwareentwickler damit einen Arbeitsplatz.

Nun ist international die Anzahl der Anwender von Online-Banking in den letzten Jahren rasant gewachsen. Daran haben die Banken sicher ihren Anteil, denn nun müssen sie nicht mehr die handgeschriebenen Überweisungen erfassen und tragen auch keine Schuld mehr, wenn man sich vertippt. Man muss seine Kontoauszüge nicht mehr ausdrucken, was der Bank Geld spart. Und die Nachfragen am Telefon nach dem aktuellen Kontostand haben mit Sicherheit abgenommen. Aber je mehr Anwender es gibt, desto mehr kommen eben auch die illegalen Nutznießer auf den Plan, die sich in die Computer der Nutzer einschleichen und die Gelder von den Konten holen. Ich weiß nicht so genau, wie das gehen soll mit dem System das ich benutze, aber anscheinend ist es so häufig vorgekommen, dass der Gesetzgeber beschlossen hat: Mal eben einfach Geld überweisen oder den Kontostand abrufen, gibt es nicht mehr. Das muss jetzt so umständlich und unbequem sein, dass man nur noch mit voller Konzentration und einer Batterie von Hilfsmitteln, Benutzernamen, Passwörtern und diversen Nummern Geld loswerden kann. Ich finde das doof, aber mich fragt ja keiner.

Meine digitalen Fähigkeiten haben jedenfalls nicht ausgereicht, um mich ganz banal auf der Internetseite der Bank einzuloggen. Da aber die Bank passend zu ihrem Online-Angebot auch die telefonische Erreichbarkeit angepasst hat, war ein Gespräch nach meinem Feierabend möglich. Sehr nett und kompetent wurde ich in die neuen Geheimnisse der Zeichen auf meinem Kartenleser, der Kontrollnummern und der Transaktionsnummern eingewiesen. Die Möglichkeiten sich zu vertippen sind jetzt von eins auf fünf angewachsen. Was daran sicherer ist, erschließt sich mir nicht, aber die nette Dame von der Bank kann nun auch nichts dafür und so wirklich erklären kann sie das auch nicht. Einfacher wäre es übrigens, wenn ich die Bankgeschäfte nur noch vom Handy aus mache. Da genügt es, das Handy mit biometrischen Daten zu schützen. Dann braucht man nur noch ein Passwort und Bankgeschäfte gehen ganz einfach. Ich denke dabei eher an abgeschnittene Daumen, die auf ein Handydisplay gehalten werden. Vermutlich habe ich zuviele schlechte Filme gesehen.

Das ist jedenfalls der Moment, wo ich gerne wieder Bargeld in die Hand nehme und in meinem Konsum meine Milch kaufe. Das ist genau so unkompliziert wie immer.

Der Podcast – ein Prolog

Wir haben ja jetzt auch’n YouTube-Kanal – böse Zungen könnten behaupten, der zeichne sich im Grunde durch dasselbe aus wie dieser Blog: Da is nix und da passiert auch nicht viel, aber so isses ja nicht… man muss das halt einfach gut planen.

Nachdem Tinki aus mir sich nicht vollständig erschließenden Gründen ein großer Podcast-Fan ist (bei mir fällt das in etwa 98% meiner Gemütszustände eher in die Kategorie: „Laber mich nicht voll!“) und ich aus Gründen, die ich jetzt auch nicht mehr ganz nachvollziehen kann (es war irgendwas zwischen „Dann hab ich’n Grund, mir irgendein krasses Aufnahmegerät, das für das, was wir machen, eigentlich völlig unnötig ist, zu kaufen!“ und „Ach, warum nicht?“), beschlossen habe, dass man das ja echt mal machen könnte, schwebt über uns irgendwie dieses Podcast-Damoklesschwert.
Und – damit übrigens auch über Euch: Irgendwann, wenn wir alle es am wenigsten erwarten, haben Tinki und ich mal gleichzeitig nix zu tun und werden dann wenige Minuten bis hin zu mehreren Stunden in so’n Mikrofon labern. Und lachen. Wahrscheinlich werden wir hauptsächlich in ein Mikrofon lachen, und ein paar Stunden bis Wochen später könnt Ihr Euch das Ganze anhören.

Was könnt Ihr jetzt tun, um das Ganze noch abzuwenden? Im Grunde gar nix mehr, denn mit der Erstellung unseres YouTube-Kanals und der Anschaffung des besagten krassen Aufnahmegerätes ist der „Point of no return“ längst überschritten. Aber – müsst Ihr ja vielleicht auch nicht… das Zuhören ist ja freiwillig, und vielleicht wird’s ja gut?

Schreibt also vielleicht einfach in die Kommentare, dass Ihr Euch schon drauf freut, anstatt zu fragen, ob das jetzt auch noch sein muss… die Freude muss sich ja nicht direkt auf das Anhören unseres Gelabers beziehen, aber wenn wir dem einen oder anderen derweil nicht anderweitig auf den Geist fallen können, ist das ja vielleicht auch schon ein Zugewinn? Obwohl… so isses ja auch nicht, denn während des Podcasts kann man auch wen anrufen. Das hab ich bei Tinki gehört, als sie wiederum ihre Hüh-Podcast-Frau hörte… bleibt also gespannt, wer von uns bald alles so „on air“ ist.

Licht am Ende des Tunnels

Wir haben ein Loch in der Wand. Das geht so bodennah durch die vorgestellte Trockenwand zu den Ziegeln der Außenwand runter durch das Fundament aus Granitsteinen und endet draußen in einem Loch neben der Haustür. Das ist sehr feierlich, denn durch dieses Loch wird das Glasfaserkabel ins Haus laufen. Und das ist ja mal so richtig ein Sprung in das digitale Zeitalter.

Nun sind wir hier glücklicherweise, digital betrachtet, nicht ganz hinter dem Mond. Ich muss diesen Blog nicht auf dem Handy schreiben und dann zur Koppel laufen, um hinten links am Schleppdach zwei Balken zu haben, wo sich der Text dann hochlädt. Tatsächlich kann ich das in meinem Büro machen und die stabile kabelgebundene (Kupfer!) Leitung in das Netz der Netze ist hergestellt. Ich habe hier 50.000er Internet. Das ist wohl ziemlich gut, wie mir andere Menschen aus Gegenden bescheinigt haben, in denen man einen Internetzugang erwartet, den man beim Upload den Zeitaufwand nicht bemerkt. Ich bin damit zufrieden, weil der Download beim Film-gucken ruckelfrei läuft – meistens jedenfalls.

Aber was wäre das Leben, wenn man nicht auch mal mehr möchte. Wenn man sich nach dem Himmel streckt und ein bisschen höher kommt. Und dann die Realität, in der vor gefühlten wenigen Jahren ein 16.000 Zugang super schnell war. Heute geht das gar nicht mehr. Was ist also mit meiner Leitung in wenigen Jahren? Somit fiel die Entscheidung für ein Glasfaserkabel leicht. Erleichtert hat die Entscheidung auch, dass ich endlich mal nicht abgehängt sein möchte. „Du wohnst auf dem Land?“. „Dein Ort hat weniger als 500 Einwohner?“. Das sind so typische Fragen, wenn man erwähnt, wo man wohnt. Und da schwingt auch gleich die Frage mit: „Was machst du den ganzen Tag so ohne Kneipe, Jumphouse, Supermarkt und Internet?“ Ich kann sagen: Zum Saufen gehe ich zum*r Nachbarn*in. Ich springe nicht, ich fahre Schubkarre. Der Konsum steht noch. Meine Internetleitung ist gar nicht so schlecht. In Zukunft werde ich dann sagen können: Meine Internetleitung ist besser als in Hamburg.

Ein Wehrmutstropfen hat das ganze. Der Zeitpunkt der Zukunft ist leider noch ungewiss. 2020 war Baubegehung. Vielleicht werden 2021 die Straßenbaumaßnahmen stattfinden. Und dann wird die Leitung irgendwann 2022 wohl hoffentlich verlegt. So lange halte ich mich fit, damit ich die Zukunft noch erlebe.

Hermann

Kennt Ihr eigentlich noch Hermann? Nein, ich meine nicht Hesse oder „Mensch Hermann“ – ich meine diesen Teig, den sicherlich jede und jeder (zumindest unter uns Millennials) von uns irgendwann einmal beherbergt, gefüttert, vermehrt und gebacken hat, um ihn dann eine halbe Ewigkeit lang nicht wieder loszuwerden.

Dieses Ding bekam man üblicherweise in einem im Idealfall ausgewaschenen Gurkenglas von irgendwelchen Mitschülern etc., schlurrte damit nach Hause und wurde erstmal zusammengeschissen, was das wieder sollte – man hatte das doch schon und überhaupt. Genauer gesagt hatte ich in meiner kompletten Schulzeit nicht einmal Kopfläuse, aber mindestens 20 Mal Hermann. Trotz des anfänglichen Protestes wurde der vor sich hin blubbernde Glibberteig dann jedoch regelmäßig gerührt (mit einem Löffel, der auf keinen Fall aus Metall bestehen durfte – zwar hab ich in der Schule Chemie als Wahlpflichtfach belegt, zu der Zeit war der Hermann-Hype allerdings vorbei, sonst hätte ich sicherlich mal gefragt, ob das Voodoo ist oder tatsächlich’n ernsten Hintergrund hat), „gefüttert“ (man kippt da regelmäßig Zucker und andere Sachen, an die ich mich nicht mehr so genau erinnere, dazu) und bedrohlich vor sich hin gärend und blubbernd irgendwo bei Zimmertemperatur gelagert, um das Ding nach x Tagen endlich in mehrere Teile zu teilen und aus einem Teil einen Kuchen zu backen, an dem trotz tagelanger „Fütterei“ fast alle Zutaten noch fehlten und der irgendwie nicht anders schmeckte, als jeder andere Kuchen, wenn man genügend Smarties drin versenkte, wie das damals gefühlt jeder anständige Mensch tat.

Die restlichen Teile von dem Ungetüm versuchte man, mitsamt einer bei irgendeiner Büro-Verwandtschaft schlecht kopierten, von Generationen von mitkopierten Teigspuren gezierten Anleitung unter die Leute zu bringen, was selten vollständig gelang und einen zu leicht zur nächsten Runde „Hermann“ verleitete, die infolge des vollständig gleichen Versuchsaufbaus in der Regel nicht anders endete. Irgendwann hat man die Reste verbacken oder eingefroren (ich würde wetten, dass in irgendwelchen Tiefkühltruhen bei irgendwelchen Leuten, die seltener umziehen, als ich, noch Hermänner in Tupperdosen verweilen, ohne, dass dem eine Straftat vorausging), nur, damit drei Tage später der nächste mit so einem Glas um die Ecke kam.

Ich fand das gefühlt schon damals hygienisch ein wenig suspekt und habe mir gründlich ausgesucht, von wem ich mir das Ding jeweils habe unterjubeln lassen – da „Hermann“ aber üblicherweise keinen Stammbaum in der Grundausstattung mit sich führt, war das wohl eher ein verzweifelter Versuch, sich die Sache schönzureden.

Unabhängig davon, dass ich in den letzten Jahren und Jahrzehnten weitere Spleens erworben habe, die mich von sowas abhalten sollten (Mit dem Pferd abwechselnd vom Apfel abbeißen? – Kein Ding! Den Hund vom Nachbarn von der Gabel probieren lassen? – Besser, als die Käseschlontze deswegen an den Fingern zu haben! „Kann ich mal aus deinem Glas probieren?“ / „Magst Du mal von meinem Teller probieren?“ – DA kommt es dann schon drauf an, um wen es sich handelt… und: Bei Kochlöffeln und Schneidebrettern aus Holz isses dann komplett vorbei… aber ich schweife ab, vielleicht sollte ich darüber mal einen separaten Blogpost verfassen?) – wie wäre es denn mal wieder mit so’nem Hermann? Ich meine -in Zeiten einer globalen Pandemie scheint das eigentlich undenkbar, aber vielleicht gehen wir das demnächst mal an? Vielleicht, sobald die Friseure mal wieder öffnen, nur, um sich da mal’n Ziel zu setzen? Wäre da wer dabei? Übergabe geht ja auch kontaktlos und die Anleitung würde ich in der heutigen Zeit wohl ohnehin per E-Mail oder Messenger senden.

Der ultimative Stadt-Land-Vergleich – heute: Die Sache mit der Axt

Der Unterschied zwischen dem Leben auf’m Dorf und dem Leben in der Stadt ist nicht wegzudiskutieren – wer könnte das besser beurteilen als ich? Geboren in einer Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern, habe ich anschließend 25 Jahre lang abwechselnd am „inneren“ und am „äußeren“ Rand der schönsten Stadt der Welt gelebt und gewirkt… war es außerhalb der Stadt, schlug man zweimal lang hin und lag auf’m Acker, war es innerhalb der Stadt, lag man nach Vollführung desselben Kunststückes im U-Bahn-Schacht.

Die schönste Stadt der Welt
© 2011 Cindy von mondscheintomate.de noch lange, bevor es mondscheintomate.de überhaupt gab

Schließlich lebe ich jetzt auf so’nem richtigen Dorf… so einem, über das man sagen würde: „Das Leben auf dem Dorf ist irgendwie überall gleich.“ Es gibt in manchen Gegenden echt Dörfer, die nicht nur „Klein-Mucklingen“ und „Groß-Mucklingen“ oder „Alt Hintertupfingen“ und „Neu Hintertupfingen“ heißen – nein, es gibt in manchen Gegenden sogar „Klein Klöttersdorf 1“ und „Klein Klöttersdorf 2“ oder „Dödelsdorf“ und „Dödelsdorf Ausbau“ – vermutlich, weil’s schlicht egal ist, wo genau man nun wohnt.

Egal, wo man hinfährt – es gibt wohl auch in beinahe jedem Dorf eine Hauptstraße – alternativ heißt die Dorfstraße oder es gibt beides, sieht aber eigentlich immer ähnlich aus: Meist das Gegenteil von „vierspurig ausgebaut“, ein Rinnstein, den regelmäßig irgendein ortsansässiger Rentner akribisch sauberprökelt, ein paar Häuser, je nach Gegend durchschnittlich in mehr oder weniger gutem Zustand, Vorgärten von „Marke Wildwuchs“ bis „Marke nagelscherengetrimmter Golfrasen“ und immer wohnt irgendwo einer, der den ganzen Tag am Fenster sitzt, einer, der nie da ist, einer, den keiner im Dorf mag, eine lebende Dorfzeitung und wenn da noch mehr Leute wohnen, dann neben zweien, die sich regelmäßig in die Wolle kriegen meistens eine Menge vorwiegend durchschnittlicher Menschen… aber wir schweifen ab, wollten wir uns doch mit dem Unterschied zwischen dem Leben auf dem Dorf und in der Stadt beschäftigen.

Ich nenne mal ein Beispiel: Lauft doch einfach mal mit ’ner Axt durch die durchschnittsdeutsche Großstadt – da kommt man wenn’s gut läuft wohl etwa 500 m weit und dann sitzt man (womöglich mit der Acht auf’m Rücken) bei den netten Damen und Herren von der Rennleitung im Hörnertaxi, weil die annehmen, sie hätten gerade den Axtmörder von letzter Woche weggefangen. Game over, das war’s.

Tut man hingegen haargenau dasselbe auf dem Dorf, loben einen auf 5 km drei Leute dafür, wie fleißig man doch sei und einer macht’n Witz darüber, ob man bei ihm nicht gleich weiter Holz hacken könne, wenn man selbst fertig sei (haha, hihi – okay, als er vor ’nem halben Jahr einen äquivalenten Spruch zu einer Aktion mit’m Besen, mit dem man ja gleich bei ihm weiterfegen könne, brachte, war das noch ziemlich lustig, aber seit darauf schon „Wechselst meine Räder auch gleich, haha?“ und „Ich hab auch noch Glas zum Container zu bringen, hihi, mach hier doch weiter!“ folgten, hat sich das irgendwie abgenutzt). Der fünfte, den man schließlich trifft, fordert einen auf, kurz zu warten, geht in’n Schuppen, kommt mit noch so’ner Axt wieder und fragt, ob man die nicht geschenkt haben möchte, die hat er im Grunde über und die ist ja auch echt noch gut.

Mehr Leute trifft man dann auf den 5 km auch nicht, außerdem muss man dann schnell nach Hause gehen, sonst muss man mit dem Ex-Besitzer seiner Zweitaxt, die einem soeben anheimgefallen war, noch’n Schnaps trinken, und im schlimmsten Fall kommt noch’n Nachbar, der (seinerseits nach fünf Schnäpsen, die er dann mitgetrunken hat) mit seinem neuen Holzspalter noch kurz mithelfen will.

Wo ich nun lieber wohne? Ich kann es gar nicht sagen, beziehungsweise – das lässt sich auch einfach nicht so eindeutig feststellen. Natürlich mag ich die Landschaft hier, und das heißt wohl nicht ohne Grund Land- und nicht Stadtschaft. Die Möglichkeiten, die man hier hat, wenn man sich mit Pferden beschäftigt, sind toll, die Leute sind entspannt, auch, was für andere Leute bisweilen nervige Hobbys angeht, weil man hier in der Regel nicht mit dem Ohr an der Wand zum Nachbarn schlafen muss – und doch bin ich meistens froh, nicht so weit von der schönsten Stadt der Welt weg zu wohnen und manchmal traurig, dass keine ihrer Postleitzahlen mehr in meinem Ausweis steht.

Weihnachtsdeko

Habt ihr schon geschmückt? Ich meine nicht den Weihnachtsbaum im Wohnzimmer, sondern die Fenster oder den Garten. Wenn man so durch die Stadt fährt, dann verrenkt man sich den Hals nach oben, weil nur dort die Balkone zum Teil leuchten, wie die Werbetafeln in amerikanischen Filmen. Es scheint da auch einen Gruppenzwang zu geben, denn es gibt dunkle und leuchtenden Blocks.

Ich habe es aufgegeben ein Haus zu bekommen, dass aussieht wie im Film „Schöne Bescherung“ von Chevy Chase. Dort ist das ganze Dach und die Fassade mit Glühbirnen bedeckt. Passend dazu wird im Film gezeigt, wie das Stadtviertel kurz in Dunkelheit versinkt, weil die Beleuchtung soviel Strom frisst. Das Problem ist ja heute kleiner, da die LEDs deutlich weniger Strom verbrauchen. Trotzdem bleibt die Arbeit, die Lichterketten, Sterne und Schleifen zu montieren.

Mir dämmert allerdings so langsam, dass selbst hunderete Meter Lichterketten nicht diesen Leuchteffekt auslösen würden. Das Problem ist ganz banal – der Hof ist zu groß. Zwei Lichterketten hängen jetzt. Auf einem 600qm Grundstück wäre das zusammen mit einem Schneemann vor dem Haus und einem Türkranz schon ein Vollschmuck für ein Häuschen. Bei mir fragt man sich, warum es so dunkel ist und dahinten ein Lichtlein glüht. Überhaupt hat niemand etwas von der Deko vor meiner Haustür. Von der Straße aus kann man es nicht sehen. Und klingeln tut hier höchstens der Hermes Bote. Man geht durch den Nebeneingang und ruft – je nachdem wer – „Hallo“ oder „Tinki?“ oder manchmal auch „Scheiß Köter!“. Letzteres passiert, wenn ich nicht da bin und mein Terrier laut kläffend angerannt kommt. Er macht das auch, wenn ich da bin, aber dann hört man sofort „Bist du jetzt endlich ruhig! Ich versteh ja kein Wort.“

Ich bin sonst durchaus ein Gegner von Lichtverschmutzung. Die ist vor allem für Insekten und einige Nachteulen (oder ähnliches) gefährlich. Da diese Tiere in der Winterzeit sehr selten sind, darf man Abends und Morgens meiner Meinung nach ruhig beleuchten. Die wenigen Stunden, in denen es im Winter hell genug ist, um draußen ohne Kopflampe zu laufen, werden so wenigstens etwas erhellt. Ich werde weiter ein wenig vor mich hinträumen von einer beleuchteten Allee auf meinen Hof, die bei einem beleuchteten Trecker mit einem Hänger voller Geschenke endet. Vielleicht fällt mir irgendwann auch noch etwas originelleres ein. Die Kirche aus Lichterketten bei einem Gerüstbauer hat mich sehr beeindruckt. Aber Nachmachen gilt nicht!

Frohes Fest und Guten Rutsch

Zehn Schritte zur perfekten Hühlusion

Ihr fragt Euch seit langem, ob so ein eigenes Pferd nicht etwas für Euch wäre? Schließlich wart Ihr als Kinder mal auf dem Ponyhof und hattet ein paar Monate Reitunterricht – und das sieht doch alles so schön und einfach aus?

Kommen wir hier also zum Test, ob das wirklich das richtige für Euch ist – im Grunde also zur perfekten Hühlusion in zehn Schritten:

1. Zieht Eure Schuhe irgendwo durch den Dreck – je aromatischer, desto besser: Ein Matschloch ist nicht schlecht, ein Güllebecken ist deutlich besser. Macht das am besten bei Regenwetter, so dass die Dinger auch mit rein müssen, stellt sie auf die Fußmatte und freut Euch über den olfaktorischen Genuss.

2. Setzt Euch stundenlang draußen hin – bei starker Hitze ist es schon ganz gut, bei Regen, Schnee oder Schneeregen ist es deutlich besser. Schaut alle paar Minuten auf Euer Handy, ob sich Tierarzt, Sattler, Hufschmied etc. gemeldet haben – okay, das wird nicht passieren, weil Ihr keinen Termin habt… das geht uns aber auch mit Termin oft nicht besser.

3. Besorgt Euch Haare. Haare sind wichtig: Verteilt sie überall, in Eurem Auto, in der Waschmaschine (besonders wichtig), in der Sofaritze (auch bei anderen Leuten) und vor allem auch überall, wo Ihr nie mit Pferdeklamotten hingehen würdet. Pferdehaare haben nämlich die Angewohnheit, eigenständig zu wandern… durch ihre Mobilität sind sie quasi überall, die müssen irgendwo kleine Beine haben oder kriechen wie ein Wurm – genau erforscht ist das allerdings noch nicht.

4. Sehr ähnlich zu den Haaren verhält es sich mit Heu – auch das verteilt sich selbsttätig überall. Besorgt Euch also einfach irgendwo eine Handvoll Heu, tut sie in Eure Jacken- oder Hosentasche (warum auch immer, aber auch da finden wir Pferdeleute immer Heu) und lasst den Dingen ihren Lauf.

5. Besorgt Euch einen Pferdeappel. Einen echten. Mit so einem Pferdeappel ist man dann schon auch rein physisch im Grunde maximal dicht dran am Pferd. Nehmt das Ding dann ab und zu in die Hand, tragt es ein bisschen herum und habt einfach direkten Kontakt dazu – dass das Ding immer älter wird und sich in Farbe und Konsistenz verändert, ist übrigens Teil der Übung. Okay – das machen wir Pferdeleute so direkt zwar nicht, aber wo so’n Pferd überall mit Körperstellen war, die wir hinterher anfassen und was genau das für Dreck ist, den wir aus dem Fell putzen, wissen wir auch nicht immer so genau. Obwohl: Seit ich als Zweitpferd (das übrigens alle in diesem Posting erwähnten Faktoren aus irgendeinem Grund nicht etwa ungefähr verdoppelt, sondern gefühlt verfünffacht) mehr oder weniger stolze Besitzerin eines Schimmels bin, weiß ich das anhand der Farbe des Drecks am Pferd schon relativ genau und bin auch immer wieder mal erstaunt.

6. Stellt Euch mindestens einmal im Monat irgendwas richtig Schweres auf den Fuß – einen Amboss, einen LKW, einen lebenden Elefanten… was immer Ihr gerade zur Hand habt. Wenn Ihr meint, Ihr seid schlau und habt Schuhe mit Stahlkappen an, stellt Euch das gewählte Objekt so auf den Fuß, dass die Stahlkappe nur den Schuh schwerer macht, aber bei Eurer Aktion keinen Schutz bietet.

7. Schränkt Euch in Eurem Kühlschrank ein – genauer gesagt: Räumt alle Fächer bis auf eins aus. Kauft Unmengen an Möhren und Äpfeln und bestückt die restlichen Fächer damit. Widersteht dem Bedürfnis, was von dem Zeug selbst zu essen, sondern verschenkt es zum Beispiel – Ausnahme: Wenn der Apfel nicht mehr so schön aussieht, dürft Ihr selbst mal abbeißen, denn den würde man dem Hüh schließlich auch nicht mehr zumuten wollen.

8. Lauft bei Kälte und im Winter mit einer Schubkarre draußen spazieren. Das Ding sollte voll und schwer sein – am besten macht Ihr einfach Wasser rein, dann werdet Ihr ein bisschen nass dabei, was dem authentischen Winter-Wasserschlepp-Stallfeeling sehr nahe kommt.

9. Verbrennt täglich ein wenig Geld – der eine oder andere Schein darf es schon sein. Mindestens einmal im Monat verbrennt eine größere Menge Geld. Redet Euch ein, dass das jetzt Euer Hobby ist.

10. Das geht jetzt im Grunde ganz automatisch: Betreibt alle oben genannten Punkte in Eurer Freizeit, denn Freizeit = Hühzeit. Date in der Cocktailbar? Fehlanzeige, ich muss noch misten. Letzte Chorprobe vor dem großen Auftritt? Ohne mich, der Tierarzt kommt!

Wenn Ihr diese zehn Punkte ohne Schwierigkeiten umsetzen könnt, dann gratuliere ich: Der Anschaffung eines eigenen Pferdes steht eigentlich nichts mehr im Wege!