Die Sache mit den Klößen: Ein Weihnachts-Blogpost

Nein, an dieser Stelle folgt nun kein Gedicht von Erich Kästner… ich muss bloß mal eine Sache loswerden und die hat mit Klößen zu tun.

Ungefähr einmal im Jahr esse ich Kartoffelklöße… von den familiären Weihnachtstraditionen ist hier sonst nicht viel übrig geblieben, aber Rotkohl mit Klößen muss sein. Üblicherweise kaufe ich dafür Kochbeutel-Klöße… auch, wenn ich das (falls ich es mal außerhalb der Weihnachtszeit mache) sonst auch anders kann und die Dinger sogar schon selbstgemacht habe – Kochbeutel-Klöße gehören zu Weihnachten wie Berliner zu Silvester und Katastrophen zum Geburtstag, das ist quasi untrennbar – und so zog ich auch in diesem Jahr los und kaufte Klöße.

Doch dieses Jahr sollte alles anders sein als sonst: Was bitte hat sich innerhalb der letzten 12 Monate im Kloß-Business getan, dass die Kochbeutel jetzt aus Plastik sind? Mal unabhängig davon, dass das umwelttechnisch totaler Wahnsinn ist und es jetzt Strohhalme, Wattestäbchen und alles Mögliche ohne Plastik gibt, während die Kloßindustrie anscheinend auf alles sch… und ihr Kloßpulver jetzt in Folie einschweißt – das ist auch im Handling totaler Mist.

Die Folien-Dinger haben nämlich natürlich Löcher… in erster Linie sollen die wohl bewirken, dass im Rahmen des Kloßzubereitungsprozesses Wasser reinkommt… das weiß aber das Kloßpulver nicht und kommt durch dieselben Löcher raus. Ist man dann ähnlich unvorbereitet auf diese Neuerung im Kloß-Zirkus wie ich, kippt man die kleinen Kloßbeutel aus dem großen Kloßbeutel wie es sich seit Äonen bewährt hat einfach ins Wasser… dazu einen Haufen loses Zeug, so dass man im Grunde erstmal Kartoffelsuppe mit Kartoffelklößen drin hat. Das allein hat mich schon hart genervt – die fertigen Klöße dann aus den Kochbeuteln… äähhh, Koch… -Folien zu friemeln, ist dann allerdings eine Arbeit für einen, der Vater und Mutter erschlagen hat, so sehr kleben die Dinger da drin.

Nee – Fortschritt hin, Innovationen her… nächstes Jahr mache ich vorher’n Kloßtest, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

In diesem Sinne: Schöne Weihnachten an alle Leserinnen und Leser, Podcasthörerinnen und -hörer, Followerinnen und Follower und Freundinnen und Freunde von Mondscheintomate! Feiert im Kreise lieber Menschen, achtet auf Euch, geht nirgends hin, nur, „weil es sich gehört“, wenn Ihr keinen Bock habt – und lasst Euch nicht von kleinen Katastrophen triggern… weder in der Küche, noch sonstwo.

Die Bushaltestelle

Wo trifft man sich im Dorf eigentlich? In meinem fortgeschrittenen Alter ist es eine Kneipe, ein Einkaufsmarkt oder der Gartenzaun. Die Jugendlichen haben vielleicht einen Jugendclub, das Gartenhäuschen in einer Familie oder eben die Bushaltestelle.

Hier wird die Bushaltestelle einfach „Bussi“ genannt. Sie liegt zentral im Dorf. Lange bestand sie aus einem Häuschen aus Beton. Da drunter war es trocken und hat gestunken. Außerdem waren die Wände bemalt. Das entsprach wohl nicht den Schönheitsidealen der Erwachsenen. Und so wurde mit viel Geld das Häuschen abgerissen und durch einen luftigen Glasbau ersetzt. Ich persönlich finde es schade. Aber dem Treffpunkt hat es nicht geschadet. Jetzt sitzt die nächste Generation dort auf der Bank.

Sind die Treffpunkte in der Stadt eigentlich anders? In dem Dorf meiner Jugend gab es kein Bushäuschen. Statt dessen haben wir uns auf dem Zaun an der Kirche getroffen, nachdem wir aus allen anderen Örtlichkeiten raus geflogen sind. Der Jugendraum wurde irgendwann umgewidmet. Den Inhabern des Gartenhäuschens waren zwanzig Jugendliche irgendwann zuviel. Und auf dem Dachboden der Garage einer wundervollen alten Tante haben wir für den Heizlüfter im Winter zuviel Strom verbraucht. Auch wenn es sich so anfühlte, aber der Verlust unserer Treffpunkte war nicht wirklich verantwortlich für die Auflösung unserer Clique.

Bei uns gibt es fußläufig erreichbar keine Kneipe mehr. Da muss man schon 5km fahren, bis man zum Stammtisch kommt. Das ist sehr bedauerlich, denn der Stammtisch ist eigentlich die Selbsthilfegruppe auf dem Dorf. Er ist immer noch eher männlich geprägt. Die Frauen haben sich früher in der Kirche getroffen. Aber dies Geschlechter-Trennungen weichen sich auf.

Das Ding mit der Musik und der Pandemie: Ein Appell, unsere Kunst- und Kulturschaffenden zu unterstützen

Eine ungewohnt ernste Überschrift mit einem ungewohnt ernsten nachfolgenden Text, ja… aber erstens ist Winter, zweitens gibt es pandemiebedingt fürchte ich demnächst eh wenig zu lachen und drittens möchte ich an dieser Stelle mal ein Anliegen mit Euch teilen, das mir sehr am Herzen liegt.

Dass in mir zumindest zum Teil ein Künstlerherz schlägt, ist hier im Blog schon angeklungen und wurde wohl auch im Podcast bereits deutlich… dass ich darüber erst jetzt einen eigenen Artikel schreibe, wundert mich im Nachhinein allerdings selbst.
Corona hat nun vieles verändert – die Idee, nochmal vor einer großen oder gar auf einer kleineren Bühne zu stehen, ist für mich in sehr weite Ferne gerückt, der Kontakt mit Menschen findet in den meisten Fällen online statt… außerdem war der Sommer kalt und lud nicht dazu ein, sich auch nur mal mit einem Instrument irgendwo hinzusetzen und Musik zu machen und selbst die Malerei an Tinkis „Bienen-Wohnung“ habe ich irgendwann zumindest vorerst aufgegeben.
Um so wichtiger geworden ist in meinen Augen social media: Neben der Funktion als universelles Kontakt- und Kommunikationstool kann es aus meiner Sicht tatsächlich ein ganz passabler Ersatz sein, einfach online spannende Künstler*innen zu entdecken, wenn man bis vor Kurzem inspirierende neue Musik durch Freunde oder auf Veranstaltungen kennenzulernen pflegte.

Ich bin ehrlich: Wenn ich das Radio anschalte, schalte ich es in der Regel sofort wieder aus, so sehr nervt mich die übliche „Kommerz-Mucke“ dort an. Ja, ein Livekonzert mit aufwändiger Show von einer großen Band etc. kann ein tolles Erlebnis sein… aber wenn man nicht Stunden vorher vor der Location steht (was ich üblicherweise tue, um dann auch wirklich direkt vor der Bühne zu stehen), sieht man das, was auf der Bühne passiert, üblicherweise auf großen Leinwänden (was ich in kleiner auch einfach zu Hause am Bildschirm könnte), während man vor der Bühne in großen Locations fast zu Tode gedrängelt wird… nicht nur einmal habe ich mich von der Security nach kurzer Zeit aus der Menge ziehen lassen, um dann doch an irgendeinem schlechten Platz zu stehen und mich zu ärgern.

Aber habt Ihr dagegen mal ein Konzert von einer kleineren Band in einer kleineren Location erlebt? Habt Ihr schon mal vor einer Bühne durchgehend während einer kompletten Veranstaltung Party gemacht, weil der Platz dafür da war? Und seid Ihr nach einem Konzert mal mit der Band, der Ihr im Publikum aufgefallen seid, noch bis zum Sonnenaufgang durch die Kneipen gezogen? Ich habe das alles schon getan, erlebt und geliebt, aber während einer globalen Pandemie ist mit alldem so ziemlich Essig.

Zusätzlich haben es gerade die kleineren Kunst- und Kulturschaffenden, die bei aller Liebe zu dem, was sie tun, auch ihre Existenz davon bestreiten und demzufolge ihr Einkommen haben müssen, aktuell in mehrfacher Hinsicht schwer: Die Einschränkungen durch Corona bedeuten für viele Künstler*innen nicht nur, nicht in gewohnter Art und Weise ihrer Arbeit und ihrem Leben nachgehen zu können, sondern auch, dass am Monatsende oft nicht in der Kasse ist, was ohne Pandemie vermutlich hätte drin sein können.

In diesem Sinne: Nutzt doch einfach die Corona-Zeit, um Euch nach neuer Musik umzuschauen! Das Internet ist voll von Künstler*innen, die für das, was sie tun und können, eigentlich viel zu unbekannt sind. Teilt deren Arbeit mit Freunden, kauft Euch ein Album oder schaut doch mal, ob kleine Bands, Musiker*innen und Künstler*innen, die Euch gefallen, vielleicht einen Shop mit ihrem Merch haben und Euch etwas davon gefällt?

Ich mag an dieser Stelle mal mit gutem Beispiel vorangehen und Euch Eddy Edge vorstellen: Wer sich Singer- und Songwriter-Mucke mit deutlichen Punk-Pop-Einflüssen oder auch Pop-Punk, in dem unter anderem wunderschöne Lovesongs „versteckt“ sind, auf der Akustikgitarre vorstellen (oder eben auch noch gar nicht vorstellen) kann und wer Textzeilen mag, die zum Teil ebensogut einem Gedichtband und zum anderen Teil mit Farbdosen besprühten Häuserfassaden entstammen könnten, wird die Mucke mögen, die aktuell auf seinem YouTube-Kanal zu finden ist. Mit anderen Bands und Projekten ist Eddy Edge allerdings musikalisch auch in anderen Gefilden unterwegs und tauscht die Akustikgitarre gegen die E-Gitarre oder setzt sich hinters Drumset. Auch seine neue EP mit sechs Songs ist in Arbeit – in diesem Sinne: Checkt seinen YouTube-Kanal doch mal aus, lasst Likes, Kommentare und viel Liebe da, teilt seine Mucke mit anderen Leuten (und seid auch hier nett in den Kommentaren – es besteht eine nicht ganz geringe Wahrscheinlichkeit, dass besagter Musiker mitliest) – und dann schaut doch auch mal, ob es nicht noch weitere Künstler*innen gibt, die Euren Support verdient hätten, damit auch die Musik-, Kunst- und Kulturszene es heil durch die Pandemie schafft.

Die Party

Ich bin der festen Überzeugung, dass nur Partys auf dem Dorf, wirklich gute Partys sind. Geht euch das auch so?

Es geht schon mit der Suche nach einer Location los. Nehmen wir den Sportplatz? Also die Wiese hinter dem Kindergarten, wo zwei Tore stehen. Die wird regelmäßig gemäht. Wir können auch hinten im Garten feiern. Wenn man jünger ist, dann trifft man sich an der Kirchenmauer oder in der Bushalthaltestelle. Den Saal kann man auch mieten. Oder man fragt den Nachbarn, ob es in seiner Scheune geht. Auch der See bietet ein schönes Ambiente. Möglichkeiten gibt es reichlich. Der Geldbeutel wird meistens geschont. Die Nachbarn lädt man mit ein oder bietet einen Altenkaffee am Nachmittag an. Je mehr man das ganze Dorf mit einbezieht, desto wahrscheinlicher ist es, dass niemand sich wegen Ruhestörung beklagt.

Bei der weiteren Organisation kommt es darauf an, wie die Erwartungen der Gäste sind. Eine Silberhochzeit feiert man am ehesten im Saal, aber auf der Koppel geht es auch. Die Jugendlichen bevorzugen den See oder den Garten. Für den Altenkaffee eignet sich die die Scheune gut. Genau so unterschiedlich sind dann die Ansprüche an das Essen. Ganz prima klappt es, wenn man eine „Mitbring“-Feier ausruft. Zum Kaffeetrinken wird man sowieso schon von den dörflichen Gästen gefragt, welcher Kuchen mitgebracht werden soll. Oder man wird nicht gefragt, kann sich aber darauf verlassen, dass irgendein Kuchen den Weg zur Feier findet. Bei anderen Feierlichkeiten sollte man den Strom von Grillgut, Salaten oder Nachtisch etwas steuern. Die Reste bleiben nämlich immer beim Gastgeber. Da sitzt man mitunter mehrere Tage auf Nudelsalat, weil so viele Gäste den mitgebracht haben. Und der Ehre halber ist jeder Salat selbstgemacht. Sicherheitshalber sollte man vorher Plastikschachteln mit Deckeln sammeln. In die kommen vor Ende der Feier die Reste und werden gerecht an alle Gäste, die nicht rechtzeitig Nein sagen, verteilt.

Das unangenehmste Problem sind die Dinge, die man wieder los werden will – üblicherweise und hoffentlich auf den Toiletten. Selbst wenn es viel Platz für wenige Party-Gäste gibt, sollte es dafür einen ordentlichen hygienischen Platz geben. Am Ende laufen, wenn Alternativen fehlen, ja doch alle auf das Klo im Haus. Es lohnt sich dafür eine gute Lösung zu finden, denn das Putzen am nächsten Tag, ist einfach kein Spaß. Einfacher ist es hingegen mit den Schlafplätzen, wenn die Gäste unter 40 Jahre sind. Es gibt auch ältere Semester, die das Zelt eine adequate Lösung finden (die sind meistens männlich). Je nachdem, wie sehr einem die Gäste am Herzen liegen, kann man mit ein paar Ersatz-Iso-Matten bis hin zu Luftmatratzen aushelfen. Ansonsten passiert es, dass fünf Leute auf dem Sofa schlafen, weil es auch im August nachts ganz schön kalt draußen ist.

Die meisten Partys sind nur so gut wie die Musik, die läuft. Eine Playlist ist da keine gute Idee. Wenn die Party richtig gut sein soll, dann sucht man einen DJ. Die Musik ist aber auch meistens das größte Problem, im Zusammenleben mit den Nachbarn. Da ist schnell mal die Polizei auf dem Hof, die höflich darauf hinweist, dass es zu laut ist. Es ist daher sehr hilfreich seine Nachbarn auf die Lärmbelästigung rechtzeitig hinzuweisen. Am besten lädt man die ganze Nachbarschaft mit ein. Man kann mit kostenlosem Essen locken, denn davon ist in den meisten Fällen ausreichend da. Kommt die Polizei dennoch, sind Diskussionen sinnlos. Da hilft es nur die Lautstärke runter zu drehen, ein nettes Gespräch mit den Ordnungshütern zu führen und versuchen herauszufinden, wem man denn auf die Füße getreten hat. Entschuldigt man sich am nächsten Tag bei demjenigen, könnte sich das Problem bei der nächsten Feierlichkeit eventuell schon erledigt haben.

Jetzt braucht man nur noch eine hilfreiche Truppe, die beim Aufbauen und Aufräumen hilft. Dann steht der nächsten Party nichts mehr im Weg.

Alkohol

Statistisch trinken Jugendliche, die auf dem Dorf wohnen früher und mehr.

Wird auf dem Dorf eigentlich mehr Alkohol getrunken als in der Stadt? Ich will nicht lange drumrumreden – Ja wird es! Da gibt es sogar Statistiken drüber. So kompliziert muss man sich das aber nicht machen. Es genügt vollkommen zum Osterfeuer ins Dorf zu kommen und mal selbst zu gucken. Dabei geht es aber nicht ausfallend oder auffällig zu, nur irgendwie ist so eine Flasche Schnaps erstaunlich schnell leer.

Dieser erhöhte Konsum beruht definitiv nicht auf Langeweile oder Frust. Auf dem Dorf ist es auch nicht notwendig sich Mut anzutrinken, schließlich kennt einen ja eh jeder. Dafür bangt man weniger um seinen Führerschein. Entweder ist man zu Fuß oder mit dem Fahrrad da, oder man wird nach Hause gefahren oder pennt auf dem Sofa bei einem Freund. Es gibt auch die Bierstraßen, aber die waren schon immer der ländlichen Polizei bekannt. Da wo man vor 20 Jahren noch mal durchgewunken wurde, weil man auf der Strecke morgens um eins wirklich niemanden gefährdet hat, wird man heute doch schon mal zum Pusten aufgefordert. Die Zunahme des Autoverkehrs im ländlichen Raum, fordert eben ihren Tribut.

Es gibt auch diverse alkoholische Kuriositäten. Wer mutig ist, trinkt den Selbstgebrannten vom Nachbarn. Wen der Konsum von Kräuter, Pflaume und Korn langweilt, der setzt schon mal Likör an. Das haben wir hier auch schon gemacht. Denn wohin mit dem ganzen Obst im Herbst? Also kam die Quitte in den Wodka und die Wallnuss in den Korn. Das Zeug steht jetzt schon länger bei mir im Regal, weil ich mich kaum traue es anzubieten. Quittenlikör klingt auch auf dem Dorf exotisch. Und ich müsste gegen den Quittenlikör des Nachbarn ankommen. Der war nämlich sehr, sehr gut gelungen. (Die Feier, wo wir ihn probiert haben, übrigens auch – und am Ende war er leer.) Die Wallnuss hingegen ist recht gut gelungen und kommt auch so gut an, dass wir das wiederholt haben. Aber aus unerklärlichen Gründen schmeckt es nie gleich. Meine Kinder haben versucht mir das mit Bio und Physik und dem fehlenden Rezept zu erklären, aber ich finde, wenn man Korn und Wallnuss mischt und Zucker reingibt, sollte es immer gleich schmecken.

Am Ende setze ich auf den Effekt, dass man nach dem dritten Glas eh nicht mehr weiß, was man da trinkt. Und ich schenke mir dann noch einen Eierlikör ein – den Selbstgemachten – von Oma Evi.

Mondscheintomate Podcast Folge 1: Wir stellen uns vor (jedenfalls ein bisschen)

Endlich ist es soweit: Unsere erste Mondscheintomate Podcast-Folge ist online!
Für diese Folge hatten wir uns vorgenommen, uns Euch vorzustellen… ich glaube, ich kann an dieser Stelle vorwegnehmen, dass das so mittelgut funktioniert hat. Zumindest aber haben wir „einen vom Pferd erzählt“ und vielleicht erfahrt Ihr ja, welche Herausforderungen solch ein Podcast mit sich bringt, wie groß wir sind oder „wie alt unser Alter ist“?

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Anhören!

Nicht zuletzt der Hund hat im Rahmen der Podcast-Produktion hervorragend performt… und das nicht nur fürs Thumbnail!

Übrigens freuen wir uns natürlich, wenn Ihr den YouTube-Kanal von Mondscheintomate abonniert – das verhindert auch in Zukunft, dass Ihr unseren Quality-Content verpasst. 😀

Unser Podcast-Intro ist online!

Okay… das ging unerwartet schnell jetzt: Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus… unser Podcast-Intro ist endlich online!

Kein Hörspiel – Podcast!!

Dann kann es ja eigentlich höchstens noch Äonen dauern, bis der erste „richtige“ Podcast an den Start geht. Ihr dürft gespannt sein – wir sind es auch!

10 Gegenargumente zu Gegenargumenten zum Gendern

Liebe Lesende,

das hier ist kein Feminismus-Blog. Das wird es auch nicht werden, aber ich muss mich jetzt echt mal zu einer Sache äußern: Zum Gendern.

Offensichtlich ist das in meiner Social-Media-Bubble gerade ein Thema oder die Algorithmen bringen das Thema mit irgendwas in Verbindung, was ich sonst so mache („wer veganes Sushi mag, interessiert sich auch fürs Gendern“), also dachte ich, ich blogge mal drüber – dann kann ich immer, wenn das Thema aufkommt, einfach diesen Blogpost verlinken. Okay – wahrscheinlich werde ich das nicht tun, aber immerhin könnte ich, und so ist das alles dann zumindest mal gesagt.

Ich habe in den letzten Tagen und Wochen Argumente gesammelt, die ich so oder so ähnlich (nein, ich habe nichts dazugedichtet, aber zum Teil habe ich Argumente mit demselben Inhalt zusammengefasst und frauenverachtenden, sexistischen Scheiß weggelassen, denn dem will ich nicht einmal in diesem Kontext eine Bühne bieten) gegen das Gendern gelesen oder gehört habe. Zum Teil sind es „Argumente“, die diese Bezeichnung aus meiner Sicht eigentlich gar nicht verdienen – trotzdem werden sie immer wieder angeführt und ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Gegenargumente dazu zusammenzufassen.

Here we go:

1. „Das steht aber nicht im Duden, da gibt es keine festen Regeln zu!“

Ja – um so besser! Da kannste Dir sogar aussuchen, wie Du das umsetzt! Es gibt da so viele schöne Möglichkeiten, und egal, welche Du nutzt oder ob Du das wie ich vom Kontext abhängig machst, zeigst Du schon mal, dass Du Dir da’n Kopp drum gemacht hast.

2. „Ich würde lieber ‚…innen und …er‘ schreiben – aber dann meckern ja wieder ‚die diversen‘ und deshalb lasse ich es ganz!“

Kann man so machen – ist halt dann auch nicht anders, als wenn Du sagst, ich habe keinen Kaffee, sondern nur Wasser und deshalb trinke ich das dann lieber auch gleich aus der Kloschüssel.

Mal im Ernst: Wenn Du z. B. eine Transperson triffst, frag doch einfach nach, wie diese Person angesprochen werden möchte – das sind Menschen, die im Allgemeinen sprechen und Euch das sagen können! Meiner Erfahrung nach tun sie das übrigens zum Teil sogar ohne, dass man nachfragen muss, wenn man mit seiner Ausdrucksweise schon gezeigt hat, dass man sich zumindest Mühe gibt, es richtig zu machen… also zeig doch zumindest, dass Du irgendwie woke bist, was das Thema angeht und dass Du Dich damit auseinandergesetzt hast.

3. „Aber Frauen sind ja mitgemeint!“

Es geht echt nicht darum, wer „mitgemeint“ ist – es geht überhaupt nicht um Dich oder um Deine Sicht oder darum, wen oder was Du meinst. Sobald Du etwas sagst, hast Du nur noch bedingt Einfluss darauf, wie das bei der Person Dir gegenüber ankommt. Es ist schon bei eindeutig erscheinender Formulierung von x Faktoren, die nicht bei Dir liegen, abhängig und zum Teil Glückssache, ob Dein Gegenüber Dich so versteht, wie Du es gemeint hast (check doch dazu mal das Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun aus #Psychologie). Erwarte also besser nicht, dass irgendjemand (im Zweifelsfall sogar noch jemand Fremdes, der also Dich auch gar nicht einschätzen kann oder weiß, wie Du Dinge sonst so meinst, wie Deine Ansichten und Werte sind, wie Du sozialisiert bist und was Du für ein Umfeld hast etc.) irgendetwas richtig versteht, was Du gar nicht gesagt, sondern nur gemeint hast – das ist im Grunde zum Scheitern verurteilt.

4. „Ich fühle mich auch mit angesprochen, wenn…“

Das kannst Du – und wenn Du Dich mit der männlichen Form mit angesprochen fühlst, dann ist das okay und wenn Du von Dir selbst in der männlichen Form sprichst, ist das unabhängig von Deiner Geschlechtszugehörigkeit auch okay. Ich war selbst so – eine mehr oder weniger junge Frau, die eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben (jau, sowas kann ich auch – ich hab nämlich studiert um damit die Welt zu retten… jetzt mache ich gar nix mit meinem krassen Studium – Büro ist ja auch ganz nett, wenn Weltretten gerade nicht drin ist) und im Vorwort formuliert hat, dass sie aufs Gendern verzichtet, weil sich schließlich jeder so wie sie selbst angesprochen fühlen kann. Das Ding ging so durch, ich war sogar eine Zeit lang irgendwie stolz auf den Move – das bin ich heute nicht mehr und würde das so auch nicht mehr machen.

Ich habe nämlich zwischenzeitlich etwas verstanden, nämlich, dass es beim Gendern nicht um mich geht oder um Leute, die so sind wie ich. Es geht um Bilder, die Sprache in die Köpfe von Menschen zeichnet. Ich versuche das mal an einem Beispiel zu erklären und fange einen Satz an mit: „Mechaniker lernen in der Ausbildung…“

Und? Was stellt Ihr Euch da vor? Welches Bild malt das in Euren Kopf? Ich hab da jetzt nicht empirisch zu geforscht, aber ich würde behaupten, dass die wenigsten Leute sich Mechaniker mit ’nem Zopf vorgestellt haben, die schon ein Kind geboren haben. Solange man nun diese Stereotypen zum Thema „typisch männlich – typisch weiblich“ auch durch die Sprache immer weiter füttert, wird sich daran nichts ändern.

5. „Für manche Wörter gibt es aber nur eine männliche Form!“

Okay – ehrlich gesagt fällt mir gerade auf Anhieb nicht eins ein, aber das Ganze kann man aus meiner Sicht genauso halten, wie beim ersten Zitat: Werd doch mal kreativ! Ich kann Dir dabei eins versprechen – Konrad Duden steht nicht mit dem nach ihm benannten Buch hinter Dir, um Dich damit zu erschlagen, weil Du ein neues Wort erfunden hast (aber wenn es so wäre und er hätte die neueste Auflage in seinen Händen, würde ich mich in vielen Fällen zu wetten trauen, dass Dein soeben „erfundenes“ Wort schon drin steht – wir hatten es neulich mit „Gästin“).

6. „Aber manchmal will ich wirklich nur Männer ansprechen!“

Okay, mir fallen jetzt so für meine Lebensrealität gerade nur sehr wenige Situationen ein, in denen das Geschlecht meines Gegenübers für mich eine Rolle spielt, aber wenn das bei Dir anders ist, dann stell Dich doch nicht absichtlich blöd: Niemand würde einen Mann ernsthaft mit einer weiblichen Bezeichnung ansprechen wollen (andersherum ist das übrigens anders, falls Du es bis hierhin nicht gemerkt haben solltest), also wo ist der Punkt, Männer mit der männlichen Form anzusprechen? Ja, auch ich würde einen Brief an eine Gruppe, die ausschließlich aus Männern besteht, nicht mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ beginnen… mit „Sehr geehrte Herren“ allerdings auch nicht, weil ich das weird fände, aber mir würde da schon eine Lösung einfallen und ich bin sicher, Dir auch.

7. „Mit dem Gendern sollen ja alle Geschlechter angesprochen werden. Ich glaube aber, es gibt nur Männer und Frauen!“

Mal im Ernst: Es kommt nicht darauf an, was Du glaubst… wenn Du glaubst, die Erde ist flach und quadratisch, ist das trotzdem nicht so, nur, weil Du das glaubst oder es so haben willst, denn Dein Glaube ist nicht in der Lage, Realitäten zu verändern (und hoffentlich hab ich jetzt nicht durch irgendeinen dummen Zufall solche Flatearth-Leute am Ar$$$).

Das Ding ist ja außerdem: Wir haben 2021 – Du durftest zwar aufgrund der Pandemiesituation mancherorts zeitweise nicht in den Baumarkt, aber davon abgesehen darfst Du viele gute Sachen – zum Beispiel sein und denken, was Du willst. Wenn Du jetzt also denken willst, dass es nur zwei Geschlechter gibt, dann kannst Du das ja denken, aber gleichzeitig gibt es Transpersonen und sogar Leute, die sich keinem Geschlecht eindeutig zuordnen (lassen). Akzeptier das. Das ist Realität, denn es ist ja unabhängig von dem, was Du glaubst, einfach da. Ach, und begegne den Leuten gefälligst mit dem Mindestmaß an Respekt, mit dem man eigentlich jedem Menschen zu begegnen hat (eigentlich ist das ja selbstverständlich, aber ich hatte das ungute Gefühl, dass ich das an dieser Stelle nochmal erwähnen sollte).

8. „Wir haben viel wichtigere Probleme!“

Das haben wir ganz bestimmt, aber kein einziges dieser anderen Probleme wird kleiner, weil Du nicht genderst.

9. „Du machst das bestimmt auch nicht immer richtig!“

Stimmt. Bestimmt habe ich es nicht einmal in diesem Blogpost durchgehend richtig gemacht, aber, hey, ich versuche es… das ist mehr als „Ich kann aber nicht…“ und „Ich weiß aber nicht…“ und „Ich will aber nicht…“ – und Perfektion kann aus meiner Sicht auch von keinem Menschen erwartet werden (übrigens auch unabhängig vom Geschlecht).

Und 10. – wohl am häufigsten gehört und gelesen: „Aber das verhunzt / verkompliziert die Sprache!“

Erstens: Das liegt an Dir, wie Du das Ganze umsetzt. Es gibt da je nachdem, was man ausdrücken will und wie der Satz konstruiert ist, aus meiner Sicht schönere und weniger schöne Möglichkeiten, und wie schon ziemlich am Anfang geschrieben kannst Du Dir aussuchen, wie Du das machst.

Wie wäre es zum Beispiel mal mit einer geschlechtsneutralen Form? Wirkt weird und konstruiert? Wirklich? Sind Euch meine „lieben Lesenden“ vom Anfang aufgefallen? Nicht? Doch, aber nicht negativ? Dann kann es so schlimm nicht sein, und wer auch an der Stelle noch behauptet, das sei aufgrund der Lesbarkeit nicht drin, hat aus meiner Sicht eher ein Problem mit dem Lesen als mit der geschlechtersensiblen Formulierung.

Zweitens: Ich bin mir sehr sicher, dass das Ganze nicht von Dauer ist. Ich finde auch nicht alle Lösungen gut oder immer praktikabel, aber ich nutze wenigstens die bekannten Möglichkeiten, um die Zeit zu überbrücken, bis sich eine ideale Lösung gefunden hat. Ich bin mir nämlich sicher, dass wir das alles irgendwann nicht mehr machen müssen, weil entweder jemand eine bessere Lösung gefunden hat, die sich dann einfach etabliert oder weil sich die Sprache so gewandelt hat, dass die intuitiv gebrauchte Formulierung eine geschlechtsneutrale ist. Eine dritte Möglichkeit gibt es ja auch noch: Die Bilder in unseren Köpfen und die Vorurteile, die wir haben, haben sich so gewandelt, dass mein Beispiel weiter oben mit den Mechanikern nicht mehr funktioniert. Okay – es ist unwahrscheinlich, dass ich das noch erlebe, aber fest wünschen kann ich es mir ja.

Fernsehen

Noch immer werde ich dafür von vielen Leuten angeschaut, wie ein Alien, aber ich sage es jetzt auch hier mal: Ich besitze keinen Fernseher.

Das ist zwar schon seit etwa zwei Jahrzehnten so (wenngleich ich hier oder da mal in Haushalten gewohnt oder mehr oder weniger gewohnt habe, in denen es solch ein Gerät gab), aber mittlerweile ist doch die Zeit des Fernsehers und des Fernsehens echt vorbei?

Come on – ich bin zwar glaube ich ein klein wenig früh geboren, um noch als „digital native“ zu gelten, aber was kann denn bitte Euer Fernseher, was mein Laptop oder mein Telefon oder sogar beide nicht können? Ist das überhaupt echt noch’n Ding, sich zu von einem Sender festgelegten Zeiten festgelegte Inhalte anzugucken?

Mir geht es ja gar nicht so sehr um das Gerät an sich – die Vorteile eines großen Bildschirms bei so On-Demand-Video-Geschichten ist mir durchaus bewusst, wenngleich für mich der Nachteil, womöglich mit solch einem Ungetüm umziehen zu müssen, überwiegt. Aber so richtig fernsehen so mit Fernsehsender und Fernsehprogramm und Werbung und so – macht das echt noch irgendwer in Zeiten von zahlreichen Video- und Streamingplattformen im Netz? Ich meine – welchen Vorteil hat denn das?

Also – abgesehen von der sozialen Komponente, die es mit sich bringt, wenn man sich Montags auf der Arbeit über den Tatort unterhält und alle mitreden können (ich auch, weil ich den Weg zur Mediathek ganz alleine finde, ich bin nämlich schon groß), was ich aber auch seit Jahren nicht erlebt habe.

Ist das also heute echt kein Thema mehr? Oder kriege ich das nur nicht mehr mit, weil mich auf das „Dingens-Camp“ und das „Irgendwas-Haus“ genau wie auf „Sing irgendwelches Zeug“ oder „Dein Skandal in unserer Show“ niemand mehr anspricht, weil es auch keinen Sinn macht, mit einer Kuh darüber zu diskutieren, wie man zum Mars fliegt?

Ich weiß es nicht… eins weiß ich aber ganz genau: Ich hatte meinen ersten eigenen Fernseher, als ich noch in der Grundschule war und hatte von da an eigentlich so viel und so lange ich mochte freien Zugang zu einer extrem großen Auswahl an Fernsehprogrammen (zum Teil inklusive so Bezahl-Zeug mit extra Sportkanälen, Doku-Kanälen etc. – was ich als Content heute noch immer mag und ab und zu schaue… jetzt halt aber online) und ich bin froh, damit heute nix mehr zu tun zu haben: Diese ganzen Internet-Kisten sind eigentlich jede für sich Zeittotschlag-Maschine genug, und darum höre ich jetzt für heute auf zu bloggen und lege das Gerät hier weg… obwohl? Vielleicht schaue ich auch einfach kurz noch ein Video oder auch zwei…

Zen – oder: Die Kunst, (s)einen Podcast zu prokrastinieren (Achtung! Jubiläums-Beitrag!)

Pro·kras·ti·na·ti·on, die: Die Fähigkeit, nicht auffe Kette zu kriegen, was eigentlich ganz einfach sein könnte… so oder so ähnlich könnte es im Lexikon stehen, wenn sich jemand dazu hätte aufraffen können, es hineinzuschreiben.

Und genau so oder so ähnlich laufen hier ja einige Dinge… zum Beispiel die Sache mit dem Podcast: Dafür habe ich ja sogar schon den Podcastomaten besorgt… ein Gerät, um mobil nahezu alles aufnehmen zu können, was sich akustisch wahrnehmen lässt (so zumindest die Theorie), damit ich nicht für jede popelige Aktion, bei der nur’n Büschen Ton aufgenommen werden soll, den Laptop über’n Hof schlurren muss. Theoretisch geht das also alles – praktisch isses noch nicht passiert, vornehmlich aufgrund von Gründen.

Die Sache ist ja – es wäre mit einer Aufnahme nicht getan… wie ich uns kenne, müsste man (also ich) die Hälfte unseres Gelabers (ebenfalls aufgrund von Gründen) rausschneiden und ich habe theoretisch sowohl Software als auch Hardware, die in solchen Dingen krass performen könnte, aber leider selten so richtig gut abliefert, weil Hard- und Software auf dem Mistkasten üblicherweise nur widerwillig zusammenarbeiten (übrigens noch ein Grund, den Laptop nicht über’n Hof zu schlurren… ich habe nur ein Nervenkostüm und das ist schon jetzt eher „Modell der Tod“ anstatt „Modell Mönch“, wenn wir schon von Kostümen reden).

Um besagten Mistkasten also genau wie mein Seelenheil davor zu bewahren, ernsthaften Schaden zu nehmen, habe ich bisher also lieber noch gar nicht angefangen… außerdem hatten Tinki und ich auch noch nicht die Muße, überhaupt mal anzufangen, was in meinem Fall auch daran liegt, dass ich eigentlich gern erstmal ein Intro für den Podcast hätte.

Dieses Intro wiederum ist noch nicht da, weil ich das wenn, dann quasi perfekt, mindestens aber ziemlich gut machen will, und wenngleich die Ideen eigentlich da sind, habe ich aktuell schon x Punkte im Kopf, an denen es wahrscheinlich spätestens scheitern würde. Also – vielleicht… vielleicht auch nicht, aber um das herauszufinden, müsste man sich all diesen Dingen stellen, an denen man scheitern könnte, und an irgendeinem tut man es ja bestimmt… wozu also überhaupt anfangen?

Allerdings ist genau der Teil wohl auch der schönste an „Mondscheintomate“: Alles kann, nichts muss. Absolut gar nichts muss.

Als Tinki vor ziemlich genau zwei Jahren fragte, was sie denn hier nun tun dürfe oder solle und was nicht, gab es glaube ich nur ein Ausschlusskriterium für mich: Es sollte keine „Werbung“ hier geben, weil alles, was auch nur den Anschein erweckt, dass man Geld damit verdienen könnte, sofort etlichen Verpflichtungen und Reglementierungen unterliegt… und Verpflichtungen und Reglementierungen habe ich in jeglicher Form und Art nun wahrlich schon genug in meinem Leben.

Und so ist Mondscheintomate nun die konventionslose Insel, (m)ein Ruhepol, die Stelle, wo Yin und Yang aufeinandertreffen… und oft genug habe ich mich in den letzten zwei Jahren ganz bewusst genau hierher verzogen… für ein paar Minuten zum „einmal Luftholen“ oder für ein paar Stunden, um mal über nichts Anderes nachzudenken… im Grunde ist das ganze Projekt auf seine eigene Art und Weise also fast ein bisschen meditativ.

Für die einen ist das jetzt wahrscheinlich erstaunlich „zen“ und irgendwie beneidenswert – für die anderen wird es irgendwas zwischen faul und bedauernswert sein. Aber warum das Ganze überhaupt bewerten? Es ist, wie es ist… und in zwei Jahren Mondscheintomate hat sich ja sonst so einiges getan, was ich immer schon mal tun wollte: Ich hab‘ mir’n bunten Puschel in die Haare gefärbt, ich bin ein bisschen veganer geworden (nicht komplett, aber Hafermilch im Kaffee macht den sinnfreien Move der warmen Tasse in der Hand zur vollwertigen und vor allem warmen Mahlzeit), ich habe Tinkis „schwarzen Teufel“ bezwungen (bevor hier Gerüchte entstehen: der wiehert – und egal, ob vorne Äpfel reinkommen oder was anderes, es fallen hinten Äpfel wieder raus), ich habe fast’n ordentlichen Schreibtischstuhl, damit man hier auch mal vernünftig was reißen könnte (wenn ich es denn mal auffe Kette kriegen würde, bei dem Büromöbelhöker meiner Wahl, die immerhin bereits getroffen ist, anzufragen wegen der Geschichten, an denen da für mich noch Fragezeichen stehen – da waren sie wieder, meine drei Probleme, aber erstmal warte ich ja auch schon seit Wochen auf die Lieferung meines Steh-Sitz-verstell-mich-Schreibtisches… der ist immerhin schon bestellt) und ich kann jetzt außerdem echt gut mit Tomaten.

Nicht zuletzt wohl auch mit Mondscheintomaten.
In diesem Sinne: Alles Gute zum zweiten Geburtstag, liebe Mondscheintomate!