Bewerbung

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich weiß nicht einmal, wer genau Sie sind, und genau deshalb wende ich mich auf diesem Wege an Sie.

Bei Ihnen hat irgendjemand einen ganz großartigen Job, und falls dieser einmal frei werden sollte, möchte ich mich hiermit schon einmal initiativ darauf bewerben.

Die Rede ist von dem Menschen, der in einem Multicar mit Wassertank, von dem aus ein Schlauch in die Fahrerkabine führt, die Alleen hier in Westmecklenburg auf und ab fährt, den Schlauch aus dem Fenster hält und damit die Alleebäume bewässert.

Da ich zur Zeit in einem befristeten Projekt tätig bin, kann es auch bei mir irgendwann wieder einmal dazu kommen, dass ich mich beruflich neu orientieren muss – der Baumgieß-Job käme mir da so auf den ersten Blick wie gerufen: Als auf dem Dorf lebende Sozialpädagogin bringe ich neben meinen sozialen Kompetenzen eine Menge Naturverbundenheit mit – ich betreibe semifreiwillig jeden Winter wieder eine Igelstation und lebe mein Leben schon länger mit Pferden als ohne. Ein gewisses technisches Verständnis lege ich ebenfalls an den Tag – außerdem habe ich bereits DDR-Fahrzeug-Erfahrungen, bin täglich mit meinen Trabis unterwegs und bin somit im Grunde prädestiniert für den Job.

Sie möchten mich kennenlernen? Wir wollen darüber reden, was die Baumgieß-Tätigkeit im Winter mit sich bringt? Melden Sie sich gern in einem Kommentar und teilen Sie mir mit, wie ich Sie erreichen kann.

Ich freue mich schon jetzt, eventuell bereits in ein paar Jahren dieser gar meditativ anmutenden Tätigkeit nachgehen zu dürfen und verbleibe

mit bei teils über 10°C im Januar nahezu frühlingshaft-frisch-freundlichen Grüßen.

Häkel-Amnesie

Jeder, der mich oder Tinki oder gar uns beide kennt, hätte sicherlich vermutet, dass Tinki als erste von uns beiden… nein, eher zeitlebens als einzige von uns beiden zum Thema Handarbeit bloggen würde, doch weit gefehlt: Hier ist er, mein persönlicher Handarbeits-Beitrag auf mondscheintomate.de – ungeschönt, ehrlich und für den geneigten Leser irgendwie zum Fremdschämen.

Wer es sich einfach machen möchte, mag mir vorwerfen, ich sei halt keine „typische Frau“ – ich glaube, das ist es aber gar nicht. Zwar habe ich ein inniges, ja nahezu emotionales Verhältnis zu (vorwiegend uralter) Technik, mag alte Fahrzeuge, kann mit Flex, Bohr- und Drehmaschine zumindest für den erweiterten Hausgebrauch recht passabel umgehen und mache mir gern mal die Finger an Öl und Fett beim Schrauben dreckig, aber hey – aus diesen Fingern wachsen dafür recht lange, regelmäßig gefeilte und mit Nagelhärter etc. gepflegte Nägel! Okay, nur rechts und nur zum Gitarrespielen, aber immerhin könnte meine rechte Hand in einer Nahaufnahme problemlos die durchschnittliche Frau repräsentieren!

Wir schweifen ab – und zwar, weil es erbärmlich ist: Ich bin eine Niete in Handarbeiten, wirklich. Ich habe das nie gut gekonnt, habe mich deshalb noch nie tiefgreifender damit beschäftigt und werde es deshalb wohl auch nie können. Einen Knopf annähen – ja, das geht sicher gerade so (auch nicht schön – hält aber), aber sonst ist das Ganze eine echte Katastrophe.

Der Grundstein für die ganze Misere ward wohl bereits zu Grundschulzeiten gelegt: So sägte, feilte und schmirgelte ich (ich weiß es bis heute und hoffe, das Ding hat irgendwer aufbewahrt) ein echt tolles Männchen aus Holz, das an einem Reck turnte – als dem dann ein Anzug geschneidert werden sollte, verließen sie mich. Ein Schlüsselbrett in Form eines Elefanten war ebenfalls schnell gelaubsägearbeitet – das Teil hing dann noch gefühlt ein Jahrzehnt bei uns im Flur (und ich hoffe, das Ding hat irgendwer aufbewahrt) und war für die Arbeit eines Grundschulkindes echt passabel. Weiter ging es damit, dass wir so’nen kleinen Puppenhaus-Teppich (nur der liebe Gott wusste schon damals, was es wirklich darstellen sollte) weben sollten: Ich habe es nicht einmal gehasst, sondern vorurteilsfrei versucht, aber das wirklich hässliche Ergebnis (ich weiß es bis heute und hoffe, das Ding hat keiner aufbewahrt) war in seinem Verlauf sehr unterschiedlich dick, fest und breit – mehr wie ein Alligator, der mehrfach vom LKW überfahren worden war, als wie der Wohnzimmer-Bodenbelag von Barbie und Ken (und ja – auch DIE besaß ich).

Nun mag man sich darüber wundern – man mag auch sagen, man müsse ja nicht alles können, aber ich kann schon nicht tapezieren und war beim Ausprobieren am Saxophon schlechter, als ich es erwartet hätte, und so versuche ich mich etwa alle fünf bis zehn Jahre mal wieder an Handarbeiten, die über „so’n Knopf wirste ja wohl grad noch“, „Ob das auch mit Textilkleber geht?“ und „egal, sieht eh keiner“ hinausgehen. Dies erfolgt allerdings ausschließlich aus irgendeiner Notwendigkeit heraus (so’n Schal krieg ich NIRGENDS) und niemals, weil ich auf der Suche nach einem neuen Hobby bin (unvergessen bleiben wird mir eine frühere Arbeitskollegin, die Lebensmittel gehäkelt hat – ich bin sonst eher für praktische Dinge zu haben, aber das gehäkelte Spiegelei hat mich zumindest zu großen Teilen tatsächlich aus Bewunderung sprachlos gemacht), und so ist es nicht verwunderlich, dass mein Hirn diese frisch erworbenen Fähigkeiten nie länger als einige Wochen (also bis zur Fertigstellung oder Aufgabe des Projektes – einen Flughafen habe ich noch nie zu stricken versucht) behält. Ich leide im Grunde also an Häkel- und Strick-Amnesie, brauche jedes Mal jemanden, der mit mir den Anfang häkelt oder die Maschen aufnimmt, eskaliere dann nach einer kurzen Einweisung in die ganze Nummer mit Werkzeug und Wolle bis auf einzelne „Oh nein, Hilfe!!“s eine Zeit lang weitestgehend autark vor mich hin und brauche dann jemanden, der dieses Projekt mit mir beendet… nein, mich davon erlöst, obwohl ich das wirklich gern können würde. Das Stadium der Erlösung aus solchen Unterfangen ist übrigens sehr unterschiedlich – das reicht von der helfenden Hand beim Abketten (so heißt das glaube ich in der Fachsprache, wenn man am Ende seines Werkes die Maschen plangerecht von den Nadeln klöttert und dabei irgendwie immer anders was durch die Masche prökelt als sonst, weshalb ich das nie ganz kapiert habe?) bis hin zu „Ich hab mal in Deiner Abwesenheit ein paar Reihen weitergestrickt, sonst wirst du ja nie fertig!“ – heute bin ich sicher, dass meine damalige Strickbetreuung ausnahmslos alles, was ich in der Zwischenzeit fertiggebracht hatte, heimlich wieder aufgeröbbelt hatte, bevor sie es neu und „ein paar Reihen weitergestrickt“ hat, um den schalgewordenen (wie Winter-Schal, nicht wie Bier-schal) überfahrener-Alligator-Effekt vom Grundschul-Teppich zu verhindern: Seltsamerweise war mein“selbst“ gestrickter, schwarzer Schal am Ende nämlich wirklich sehr schön, obwohl ich zwischenzeitlich immer wieder einmal alligatoreske Tendenzen wahrnehmen konnte. Nun wären andere Teenies in meinem Alter sicher sauer gewesen, hätte jemand an ihrem Schal „ein paar Reihen weitergestrickt“ – ich war einfach froh und dankbar, als das Ding endlich fertig war.

Die oben angeführten fünf bis zehn Jahre sind übrigens so ziemlich jetzt wieder vergangen, meine Strick- und Häkel-Amnesie ist vollkommen und mich überkommt zusehends eine Unruhe wie einen Fisch, der sich aufmacht, um zum Laichen das Gewässer seiner Geburt aufzusuchen: Schon neulich dachte ich, wie schön so’n schwarzer, häkelstrickgeklöppelter Überwurf wäre, den ich mir über die Schultern schmeißen könnte, wenn trostlose Kälte sich zumindest gefühlt bis ins Büro breitmacht, doch besann ich mich auf mein diesbezügliches Talent (okay – es half, mir auszumalen, was die Kollegen von einem solchen, von mir erschaffenen Monster halten würden) und kaufte nicht einmal Wolle.

Nun aber bin ich mehr oder minder stolze Eigentümerin eines neuen Plietschfons („Smartphone“ op Plattdüütsch – ich möchte bitte, dass sich dieser Ausdruck durchsetzt und versuche hiermit, trotz meiner geringen Reichweite meinen Beitrag dazu zu leisten) und dachte mir, dass die gehäkelten Handyhüllen, die ich früher hatte, doch echt die besten waren. Kurz malte ich mir schon aus, wie ich da noch so’ne Ecke dranhäkeln würde, die man als Schutz oben umschlagen könnte, bis ich nicht ohne ein leises Seufzen das neue Telefon in einen Waschlappen steckte und beschloss, mir wohl doch noch so ein Silikon-Täschchen zu bestellen: Die Zeit ist noch nicht ganz reif für ein neuerliches Wolldesaster, doch die Einschläge kommen näher und näher.

Das Maus-Vakuum

Ich habe ein Maus-Vakuum. Das liest sich jetzt sicher für Außenstehende erst einmal komisch, aber ich kann das erklären:

In alten Häusern auf dem Land lebt man halt noch im Einklang mit der Natur – genauer gesagt hat man hier und da auch Viehzeug um die und sogar in der Bude. Gegen Spinnen und anderes Kleinstgetier habe ich mich bereits durchsetzen können, denn ich weiß, welches „Kraut“ dagegen gewachsen ist – gegen die Mäuse-Nummer allerdings bin ich nach wie vor wehr- und hilflos, und das muss am Maus-Vakuum liegen: Ich habe schon welche vergiftet, ich habe sogar schon eine unter Einsatz meines Lebens unter einem Eimer gefangen (okay – dann musste mein Kerl kommen und mich retten, denn das war im Grunde Schrödingers Maus: Solange niemand unter den Eimer guckte, war die Maus gleichzeitig tot und lebendig, und während eine lebende Maus irgendwie noch geht, finde ich eine tote Maus ja echt eklig!) – aber so ganz losgeworden bin ich sie nie.

Die Viecher haben hier ja auch komische Hobbys: Es werden nicht etwa Lebensmittel angefressen, sondern so Sachen wie der Karton mit den Spülmaschinen-Tabs. Insgesamt habe ich ohnehin offensichtlich sehr saubere Mäuse – eine randalierte mal in einer Schublade, die (außer der Maus) lediglich eine Dose Farbe sowie einen Lappen enthielt (denn ich weiß, wie man Möbel anmalt). Wenn die Maus sich nun also wenigstens nützlich machen und mal mit dem Lappen durch die Bude laufen könnte?

Lange Rede, kurzer Sinn: Immer, wenn hier eine Maus tot oder sonswie weg ist, ist es kurze Zeit ruhig, nur, damit es ein paar Tagen später an der nächsten Ecke prökeln und knurbseln kann, weil im Sinne des Maus-Vakuums eine neue Maus eingezogen ist. Wenn ich Katzen nicht so doof fände und die aufgrund von Nachbars Hund hier nicht eine relativ geringe Halbwertszeit hätten, könnte ich ja auch mal über eine solche Anschaffung nachdenken – so wird mir jedoch nur übrig bleiben, den Mäusegeräuschen mit dem Gift hinterherzulaufen, und wenn ich nicht irgendwann sämtliche Mäuse des Dorfes in meiner Bude vergiftet habe, dann maust es wohl noch heute.

10 Gründe, alte Fahrzeuge zu fahren

1. Man kann alles selbst reparieren. (Okay – das muss man im Wesentlichen auch, da einen die Werkstatt mit solchen Klöttern üblicherweise vom Hof jagt, aber das widerspricht dem ja nicht: Man KANN alles selbst reparieren.) Aus diesem Grund ist auch die Mitgliedschaft im Automobilclub des jeweils geringsten Misstrauens im Grunde unnötig: Entweder, das Ding lässt sich mit Bordmitteln oder notfalls mit einem Anruf beim Kumpel („Bring mir doch bitte mal eben einen…“) selbst zumindest notdürftig zur Weiterreise überreden, oder aber, man fährt eh erstmal längere Zeit nirgendwo hin.

2.& 3.

Diese beiden guten Gründe, alte Fahrzeuge zu fahren, sprechen für sich selbst.

4. Man muss nicht erst eine Bedienungsanleitung lesen, die dicker ist, als die Bibel, um mit dem Gerät den Hof zu verlassen: Nichts piept, und stroboskopartige Leuchtattacken in den Anzeigen bleiben ebenfalls aus, es herrscht eine wunderbar friedvolle Stimmung im und um das KFZ.

5. Der ständig wechselnde Umgang mit den unterschiedlichsten Schaltungen mit Betätigungen an den lustigsten Stellen und anderen speziellen Bedienelementen, die sich aus irgendwelchen Gründen zumindest teilweise nicht durchgesetzt haben, hält das Hirn auf Trab.

6. Man kauft sich ein Fahrzeug und kauft gleich mehrere Hobbys mit: Fahren, schrauben, sich auf Treffen und Oldtimermärkten herumtreiben – all das gehört schnell dazu zum „Projekt Oldie“.

Apropos Hobby: Ich kann täglich unter Zuhilfenahme meines Hobbys zur Arbeit fahren – welcher Golfer, Schach-Enthusiast oder Kampfhäkler kann das schon von sich behaupten? Und so spart man noch Zeit und Geld, wenn man sich ausreichend Mühe gibt, sich die Sache schön zu reden: Zur Arbeit müsste ich ja ohnehin, und so ist das Hobby im Grunde inklusive.

7. Man erhält ein Stück Geschichte – im Grunde fährt man mit automobilem Kulturgut spazieren, das ist aus diversen Gründen wunderschön.

8. Die Leute freuen sich – im Dienst-VW des Arbeitgebers winkt mir nie einer zu… bin ich allerdings im Trabi unterwegs, ist das keine Seltenheit, und so führte das Blinken, Aufblenden, Hupen und Winken anderer Verkehrsteilnehmer anfangs nicht nur einmal dazu, dass ich meine komplette Beleuchtungseinrichtung überprüft habe.

9. Man kommt im Grunde einem Bildungsauftrag nach – wer von den jungen Leuten heutzutage weiß denn noch, warum man Gemisch tankt? Hantiert man also an der Tankstelle mit Messbecher und Ölkanister oder rührt (völlig unnötigerweise, aber es geht halt) den Tankinhalt mit der Tankanzeige um, die im Wesentlichen aus einem Stöckchen mit Zahlen drauf, das man in den Tank tauchen und hernach den Füllstand ablesen kann, besteht, kann man sich relativ sicher sein, nicht lange allein an seiner Zapfsäule zu sein.
Aber auch unbehelligtes Einkaufen gestaltet sich bisweilen schwierig: Eigentlich findet sich immer irgendwer mit Interesse an dem Fahrzeug, der „nur schnell eine Sache fragen möchte“ und mit dem man sich dann 1,5 Stunden auf dem Parkplatz unterhält (nicht selten kommen im Laufe der Zeit weitere Personen hinzu).

10. Wenn ich das Blech von meinen Kerzensteckern abmontiere, kann ich im Vorbeifahren Euer Fernsehprogramm umschalten – da geht also unter Umständen sogar mehrfach was in Sachen Bildungsauftrag.

Technik, die begeistert: Die Sache mit dem Laptop

Früher, als es noch Diskettenlaufwerke und Mäuse mit Kugeln drin gab, habe ich mal selbst an Computern gebastelt. Das hatte gleich mehrere Gründe: Als Schülerin hatte ich wenig Geld, viel Zeit und einige Kumpels, die sich mit der Materie beschäftigten… da bot es sich an, mit nicht wirklich lauffähiger Software zu experimentieren, einen Server in seinem Schlafzimmer zu betreiben und überhaupt herrlich unsinnige Dinge zu erschwinglichen Kosten zu machen.

Mittlerweile bin ich da deutlich praktischer orientiert: Ich habe weder Lust, einen riesigen Rechner nebst riesigem Monitor mit mir herumzutragen (wie ich das früher zum Beispiel zur Discobespaßung niedrigerer Jahrgangsstufen an meine Schule oder in irgendwelche dunklen Keller zu zwielichtigen Leuten auf irgendwelche LAN-Partys tat – heute passiert das Ganze zur Hälfte zum Spaß, zur Hälfte allerdings tatsächlich aus purer Notwendigkeit), wenn ich mit dem Ding mal in den „Außeneinsatz“ will oder muss, noch habe ich Zeit, leidlich funktionierende Software stets und ständig in mühevoller Kleinarbeit und unter Zuhilfenahme von Google, irgendwelchen Foren, Zaubersprüchen bei Vollmond oder Leuten mit längeren Geduldsfäden, die in erster Linie mittels klebrigem Schaum-Waffel-Gebäck zur Arbeit überredbar sind (an dieser Stelle herzliche Grüße an meinen Lieblings-mit-Admin nicht zuletzt von diesem formschönen Blog), zur Kooperation zu bewegen.

Long story short: Ich benötige also einen dieser neumodernen Laptops, und auch, wenn ich im Grunde mit Technik sympathisiere, die andere Menschen, die mit mir in einem Jahrhundert leben, längst unentgeltlich ans Museum abgegeben hätten, muss dieses Klötterding aus diversen Gründen zumindest einigermaßen auf dem Stand der Dinge sein.

So beginnt es also alle paar Jahre von Neuem, das „Projekt Laptop“. Dieses Mal hatte ich mir tatsächlich in den Kopf gesetzt, neben mittlerweile zumindest teilweise leidlich von Ästhetik geprägter Bildbearbeitung zukünftig auch auf Videos losgehen zu wollen. Also – zumindest ab und zu. Vielleicht. Mal gucken. Wahrscheinlich eher nicht, aber zumindest sollte es theoretisch möglich sein.

Was also tun? Der Markt gibt eine Menge Zeug her, mit dem man ganz großartige Dinge tun kann… da gibt es Geräte, die für die Büroarbeit optimiert sind (Gott bewahre), Geräte, die besonders gut für Multimediaanwendungen funktionieren sollen, Geräte mit besonders toller Soundkarte, damit man mit dem Ding zumindest unterwegs ein bisschen Musik hören kann – und dann sind da noch sie: Die Gaming-Laptops.

Liest man sich deren Spezifikationen durch, können die im Grunde mindestens all das, was die oben genannten Geräte auch können – nur schneller und mit bunt leuchtender Tastatur.

Moment – wie geil ist das denn? Die leuchtet bunt? Und man kann für jede Taste einzeln einstellen, in welcher Farbe sie leuchtet?? Donnerschlag!

Von nun an werde ich also an einer sehr bunten Tastatur arbeiten. Vermutlich vorwiegend mit Officeanwendungen, aber immerhin. Und ich werde ein Gerät, das dafür konfiguriert ist, die anspruchsvollsten Online-Games zu händeln, dazu nutzen, an diesem Blog herumzuklöttern. Das ist zwar nicht besonders sinnvoll, aber immerhin ist es möglich. Ein weiterer Vorteil: Vermutlich werde ich nicht von einer übermäßigen Geräuschkulisse gestört werden, denn bis bei dem Teil der Lüfter anspringt, dauert es, wenn man damit mal ’n Blogpost schreibt oder online ’n Video guckt… ein Gewicht von fast 5 kg tut da sein Übriges: Das ist zwar fast wieder, wie früher den Rechner zur Disco zu schleppen, aber immerhin brauchen 5 kg relativ lange, bis sie warm sind. Außerdem klackert es sehr arbeitsam, wenn man an dem Ding schreibt, denn die Tastatur ist mechanisch. Erwähnte ich eigentlich bereits, dass sie bunt leuchtet?

Ich bin eigentlich auf den ersten Tag gespannt, an dem ich das Ding aus irgendeinem Grund mit in die Öffentlichkeit nehmen muss und der oder die erste Umsitzende von dem Tastaturgeklötter und / oder der je nach Einstellung gar bunten Tastatur-Illumination genervt sein wird. Ob „Fresst meinen Sternenstaub!“ in diesem Fall die richtige Antwort ist?

Barkassenbestand

Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber ich mag die deutsche Sprache wirklich gern – manchmal hat sie jedoch, wie ich finde, ihre Eigenheiten. Ob meine heutige Enttäuschung des Tages nun allerdings wirklich in einer sprachlichen Zweideutigkeit oder eher in der Tatsache, dass ich 25 Jahre in und um Hamburg gelebt und gewirkt habe, begründet war – na entscheidet selbst:

Auf der Suche nach dem Einarbeitungszettel für die neuen Kollegen fand ich heute auf der Arbeit zufällig ein gar vielversprechenes Formular: Erfasst werden sollte darauf der Barkassenbestand.

In freudiger Erwartung nautisch-maritimer Abenteuer geriet ich kurzzeitig in Überlegungen, welches Büro denn nun Schiffe vorhalten würde und wie man es wohl einrichten könnte, da mal mitfahren zu dürfen. Mit näherer Betrachtung des Formulars wurde mir jedoch klar, dass man auf dem Schrieb nur angeben konnte, was man für Geld hat.

Bar-Kassenbestand, nicht Barkassen-Bestand.

Enttäuschend.

Projekte

Als Enkeltochter eines KFZ-Handwerkers liegt es wohl ein wenig in der Natur der Dinge: Ich habe Benzin im Blut, immer irgendein Stück Werkzeug in der Besteckschublade und mein Spirit Animal ist der Winkelschleifer.

Eigentlich bin ich auf den Hof, auf dem ich seit einiger Zeit wohne, aber aus ganz anderen Gründen gezogen: Nachdem dort Tinkis Shetlandpony-Zucht wohnt, bot sich das mit eigenem Pferd einfach an.

Dass das noch aus ganz anderen Gründen irgendwie ganz passend war, wurde mir erst nach einiger Zeit klar, aber mittlerweile ist es mir bewusst geworden: Auch hier denkt, nein lebt man förmlich in Projekten. Bei mir selbst fängt das ja schon damit an, dass ich alte Autos fahre (an denen stets und ständig irgendwas zu tun ist) und hört noch lange nicht damit auf, dass ich noch ein altes Duo stehen habe, das ich „irgendwann mal“ fertig mache, um mal zwei Beispiele zu nennen.

Eines der aktuellsten Projekte: Ein neuer Boden für Nachbars Anhänger – manchmal laufen Projekte hier auch haushaltsübergreifend, und irgendwie involviert ist man ohnehin meistens.

Man könnte die Dinge, die so zu tun sind, natürlich auch einfach so erledigen – ganz ohne Projekt… das endet dann allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nicht anders als andere Dinge, die man sich so vornimmt.

Ganz anders ist das bei Projekten: So habe ich irgendwann festgestellt, dass ich zwar seit fast 20 Jahren Kaffee getrunken habe, den aber plötzlich nicht mehr vertrage. Man könnte in so einem Fall ja einfach aufhören, Kaffee zu trinken – man könnte sich aber auch mit dem Thema „Cold Brew“ anfixen lassen, also mit kalt „aufgebrühtem“ Kaffee. Dafür muss man seinen Kaffee selbst mahlen, weil das Zeug aus der Tüte zu fein ist, und Ihr ahnt es schon: Ich habe mir natürlich eine Kaffeemühle besorgt und plütere seitdem regelmäßig in allerschönster Hexenküchen-Manier mit irgendwelchen Flaschen und Filtern herum, was im Grunde schon jedes Mal ein Projekt für sich ist.

Oder die Aktion, die diesem Blog ihren Namen gab: Da habe ich irgendwann mitten in der Nacht begonnen, Tomaten auszusäen… natürlich ist da trotz der Mühe im ersten Anlauf nichts draus geworden, aber auch das ist irgendwie typisch für (meine) Projekte: Erstmal planen, dann irgendwie machen, das Ganze komplett in den Sand setzen und sich dann informieren, wie es richtig geht. Im Falle der Tomaten ging es übrigens richtig, indem ich Nachbarn habe, die das mit den Tomaten offensichtlich besser drauf haben, als ich…

Auch typisch für ein Projekt: Das Ganze reift erst lange Zeit im Geiste, um dann etwas (oder viel bis ziemlich viel) später, wenn ich eigentlich selbst schon nicht mehr damit rechne, unerwartet Fahrt aufzunehmen… so wie die Sache mit der Weide: Seitdem ich weiß, wie diese sich vermehrt und dass Tinki gern ein zweites Exemplar der Weide am Parkplatz hätte, denke ich darüber nach, Wurzeln an einen Zweig des Original-Baumes zu züchten (bisher natürlich erfolglos – siehe vorheriger Absatz, immerhin steht nun allerdings schon mal ein Stöckchen im Wasser).

Und so leben wir hier tagein, tagaus mit und in unseren Projekten… und wenn wir nicht spontan zu Tode gekommen sind (sei es zum Beispiel durch eine unerwartete und vermutlich im Bezug zu irgendeinem Projekt stehende Detonation oder schlicht, weil jemand in ein Loch getreten ist, das gestern garantiert noch nicht da war, sich den Fuß verstaucht hat und in der Folge tragischerweise verhungert ist, weil ihn auf dem weitläufigen Hof niemand rechtzeitig gefunden hat), schmiedet irgendwer bestimmt gerade wieder einen Plan…

Igelstation

Als ich hier hergezogen bin, war so ziemlich das erste, womit Tinki mich konfrontierte die Aussage, dass man sich hier „an allerlei Getier im und ums Haus gewöhnen müsse“. Nun, das fiel mir bei einem Großteil der Mitbewohner auf dem Hof nicht schwer: Auf einem Ponyhof zu wohnen ist mit eigenem Pferd (beziehungsweise mittlerweile mit eigenen Pferden) im Grunde das Paradies, ich mag eigentlich fast alle Hunde, und dass die Nachbarskatze mir hin und wieder vor die Tür scheißt, ist halt nicht zu vermeiden.

Spinnen, Mäuse und Ratten sind da ein anderes Thema, aber gegen all das kann man etwas tun – nur gegen Igel war irgendwie kein Kraut gewachsen.

Und so kam es, dass ich schon in meinem ersten Winter hier den ersten Igel fand… zu klein, zu leicht, im Winter wach und damit bestimmt nicht gesund genug, um bis zum Frühjahr zu überleben. Was also tun? Am einfachsten wäre es gewesen, das Tier bei der nächstgelegenen Igelstation abzugeben… allerdings ergaben Recherchen, dass diese erstens zig Kilometer weit entfernt und zweitens telefonisch nicht zu erreichen war.

Nun gut… selbst ist die Frau. Mittlerweile weiß ich, wie das mit dem Entwurmen funktioniert, was ein Igel frisst, was ein Igel braucht und dass Nachbarn mit Hunden immer ein Mittel gegen Flöhe und Zecken im Haus haben, womit man auch einen Igel wirkungsvoll behandelt kriegt, und mit diesem Wissen war ich plötzlich die ortsansässige Igelstation.

Zur Zeit ist eigentlich keine Saison für sowas, aber heute fand der Nachbarshund ein Tier, welches sich im Heu meiner Pferde versteckt hatte:

Frisch entfloht und augenscheinlich in Ordnung darf dieser stachelige Kollege noch heute Nacht wieder ausziehen.

Dieser stachelige Freund wurde sodann gegen Flöhe und Zecken behandelt und wartet nun, wo ich nach einer kleinen Heu-Umstapel-Aktion sicher sein kann, dass es kein Muttertier ist, auf das seine Jungen warten (was sehr früh und ungewöhnlich, in warmen Sommern aber nicht ausgeschlossen gewesen wäre), vorübergehend mit Wasser und Futter versorgt auf den Einbruch der Dunkelheit, um mit einer weiteren kleinen Futter-Ration für heute Nacht im Wald ganz in der Nähe wieder ausgesetzt zu werden.

In diesem Sinne: Viel Erfolg beim Schnecken fangen!

„Wir werden Sie benachrichtigen, sobald Ihr(e) Artikel versandt wurde(n).“

Aus völlig rationalen Gründen hat es mich vor einer Weile aufs Dorf verschlagen… da kann man beispielsweise ganz hervorragend nahezu unbehelligt in der Nähe seiner Pferde wohnen. Außerdem ist es deutlich unwahrscheinlicher, dass einem die Küche wegschwimmt, weil der Typ, der in der Platte über einem wohnt, in seinem Drogenrausch nicht mitbekommt, dass seine Waschmaschine die ganze Bude unter Wasser gesetzt hat, um an dieser Stelle nur zwei Gründe für diese Entscheidung zu nennen.

Nun hat das Ganze neben den zahlreichen Vorteilen allerdings auch einige Nachteile, und mit einem davon möchte ich mich in diesem Artikel beschäftigen.

Apropos Artikel – mit Artikeln hat das Ganze (wie die Überschrift bereits verriet) zu tun: Die Rede ist vom Einkaufen. Zwar gibt es hier im Ort einen Dorfladen, der sogar ab und zu geöffnet hat, aber für den alltäglichen Spezialbedarf einer ehemaligen Wahl-Fast-Großstädterin ist das nichts. So trug es sich zu, dass ich zum Laden des Akkus eines Musikgerätes zur inwändigen Beschallung meiner nicht mit einem Radio ausgestatteten Fahrzeuge ein Spezialkabel aus der Raumfahrttechnik benötigte – so fühlten sich die Beschaffungsversuche dieses Kabels jedenfalls an.

Zunächst kontaktierte ich die Kette, zu der das Geschäft gehörte, das in der nächsten Kleinstadt das Gerät, auf das eigentlich sogar noch Garantie war, verkauft hatte, zwischenzeitlich aber geschlossen hatte – die Antwort war unbefriedigend: Ich sollte das Gerät in die nächste, 30 km entfernte Stadt bringen, um es von dort aus zum Hersteller einschicken zu lassen und hätte es dann wieder abholen können – vermutlich mit einem Zettel, dass Kabel nicht unter die Garantie fallen, und apropos fallen – das fiel natürlich aus.

Ich versuchte dann mein Glück in eben jener bereits genannten Kleinstadt, aus der das Gerät stammte, denn dort gab es eine neue Elektronik-Bude, die bereits mit einer elektrisch betriebenen Kaffeemühle weiterhelfen konnte, nachdem ich in der ganzen Stadt keine handbetriebene hatte finden können. Die Aussage zu dem Kabel war: „Hamwa nich, geh mal zur Handybude.“

Da stand ich nun vor einem Geschäft, vor dem sich in meiner langjährigen Wahlheimat zwielichtige Typen und Hipster mit Hornbrillen und zu kurzen Hosen versammelt hätten – alleine. Auch in der Bude war nichts los, und ein freundlicher Mitarbeiter teilte mir sein Bedauern mit, mir nicht helfen zu können. Schade.

Lange Rede, kurzer Sinn: Auch in mehreren anderen Geschäften sah es nicht besser aus, so dass ich das Kabel bestellt habe. Im Internet. Bei einem bekannten, internationalen Online-Kaufhaus. Für ganze 8,89 € wird dieses Spezialprodukt elektrotechnischer Ingenieurskunst also nun (begleitet von mehreren E-Mails, wo sich das Ding gerade befindet, wann es vermutlich da ist und was ich unbedingt noch alles kaufen sollte) bis vor meine Haustür geliefert werden, und ich bin somit also mit daran schuld, dass der Einzelhandel vor Ort ausstirbt. Außerdem werde ich vermutlich über kurz oder lang die Kontrolle über meine Finanzen und überhaupt über mein Leben verlieren – bis dahin habe ich aber wahrscheinlich so ein Smart-Home, in dem mein Kühlschrank heute online bestellt, was ich morgen dann unweigerlich essen werde oder so… und ein Kabel zum Laden meines Musikröddels für im Auto, alles bestellt im Internet.

Warum mondscheintomate.de?

Nachdem ich eines Nachts damit fertig war, meine Tomaten zu säen, stellte ich gemeinsam mit meiner Nachbarin (von der hier hoffentlich auch bald was zu lesen sein wird – Tinki, wo bleibst Du??) fest, dass das nächtliche Säen von Tomaten eigentlich nicht das ungewöhnlichste ist, was hier auf dem Hof läuft.
Mondscheintomaten – wenn man die wenigstens zu Geld machen könnte? Kann man wahrscheinlich wieder nicht und ist wohl auch eine dieser doofen Ideen, die wir hier eigentlich zuhauf haben. Aber man kann sich wenigstens die URL mal sichern und darunter bloggen, denn eigentlich lässt der Titel ja schon darauf schließen, was einen hier erwartet: Ungeschönte (und zum Teil bestimmt ungewöhnliche) Geschichten von Pferden, Fahrzeugen, nachts gesäten Tomaten und dem, was das Leben sonst so bietet… auch bei Mondschein. Herzlich willkommen!