Opas Schrauben-Eimer

Zum Erwachsenwerden gehören völlig unterschiedliche Dinge – manchmal sind es Dinge, mit denen man gar nicht so richtig rechnet oder auch auch Dinge, die man dem Erwachsenwerden erst auf den zweiten Blick zuschreibt.

Ich zum Beispiel habe neulich Holzschrauben gekauft – allerdings erst das zweite Mal oder so in meinem Leben, was daran liegt, dass ich Opas Schrauben-Eimer geerbt habe und mich um Holzschrauben und Sachen, die im weitesten Sinne damit zu tun haben, eigentlich nie kümmern musste, die waren einfach immer da. Für Maschinenschrauben hatte er unter anderem so ein Ding mit Fächern, wo die Schrauben und Muttern fein säuberlich reinsortiert sind und das steht nun in meiner Werkstatt, aber für Holzschrauben, Dübel, Winkel und allerhand Tüddelkram hatte Opa einen Schrauben-Eimer, den ich kurzerhand mit in mein aktuelles Zuhause genommen habe: Sowas braucht man immer irgendwie mal und dann ist man vorbereitet – aufs Leben und auf Situationen, die eine Holzschraube erfordern.

Opa lebt nun aber schon seit ein paar Jahren nicht mehr und mittlerweile waren die ersten Größen an Schrauben im Eimer aufgebraucht… von einigen waren auch von Anfang an nur sehr wenige da, andere gab es nie in dem Eimer und wiederum von anderen habe ich so viele in meinem Eimer-Erbstück, dass sie mein Leben lang reichen werden. Der Eimer ist auch relativ unsortiert, aber wahrscheinlich werde ich ihn bis ans Ende meines Lebens haben – es ist schon so einiger nützlicher Kram im Schrauben-Eimer, vieles ganz unten (man muss dann überlegen, ob man vorsichtig sucht oder den ganzen Eimer einfach auskippt und man findet dabei manchmal schöne Überraschungen und manchmal auch Dinge, die zurecht ganz unten im Eimer lagen und die man gerade nicht unbedingt gebraucht hätte), manches nochmal irgendwie verpackt und einiges in kleinen Schächtelchen, in denen wiederum ein großes Chaos herrscht, aber im Grunde kommt man mit diesem Eimer in den meisten Fällen relativ weit und bei so mancher Herausforderung, vor der man plötzlich steht, lohnt als erstes ein Blick in Opas Schrauben-Eimer, der gleichzeitig eine völlige Selbstverständlichkeit in meinem Leben ist, die ich noch nie anders kannte und den ich andererseits wie einen Schatz hüte – einen recht unhandlichen, zugegebenermaßen echt schlecht sortierten Schatz, der auf den ersten Blick gar nicht so wertvoll aussieht, mit dem man im Leben aber unheimlich weit kommt.

Im Grunde ist es damit also wie mit allen Dingen im Leben, auf die mein Opa mich so vorbereitet hat.

Beheizte Tränken für das Tierwohl

Meine Pferde haben, da Winter ist, aktuell drei verschiedene Sorten Wasser zur Verfügung: Einen Bottich, der auf dem Boden steht, da bildet sich sehr natürlich regelmäßig eine Eisschicht drauf, die man dann mit den Hufen ebenso wie in der Natur zertreten kann… weil wir hier eben alles sehr naturnah und artgerecht gestalten.

Weil aber Pferde nun einmal domestiziert und relativ empfindlich sind, trinken sie vom kalten Wasser im Winter oft zu wenig… Leid und Elend wären vorprogrammiert und so kommt das zweite Wasserbehältnis ins Spiel: Eine beheizte Wanne mit relativ warmem Wasser, das nicht einfriert… für den empfindlichen Pferdemagen wirklich gut geeignet und einfach wichtig fürs Tierwohl.

Ach so, und dann habe ich da noch so’nen Eisklotz aus dem einen Bottich in einer Ecke entsorgt… der liegt da eigentlich nur, weil ich den nicht sonstwo hinschleppen wollte und gerade fraßen beide Pferde an dem Ding, als ich zur Sicherstellung des Tierwohls mit einem aufgetauten Schlauch aus meiner Hütte zurückkam, um hier auch ja jede Wasserstelle rechtzeitig wieder zu befüllen, damit bloß nichts leer wird.

Ja, nee, kein Ding, gönnt euch! Jeder hat ein Hobby – ich das mit dem Tierwohl, wofür man Wasser vom A… der Heide bis zu euch schleppt und ihr halt das mit dem Eis… das kann sich hier ja jeder aussuchen!

Wenn ich euch so’n neuen Klotz einfrieren soll, sagt einfach Bescheid, gar kein Problem! Vielleicht darf ich aber vorher meine Finger kurz wieder auftauen, das wäre echt nett.